Die Seite für Wortspiele und Wortspielereien

Scrabbinale 2015

Mein erstes Scrabble-Turnier – Ein Erfahrungsbericht Teil 1

erstellt am von  in wort-suchen unterwegs

Über sechs Jahre beschäftige ich mich auf wort-suchen.de nun schon mit Scrabble. Auch wenn ich seit einigen Jahren aktiv online spiele und Kontakte zu anderen aktiven Scrabblern pflege, so habe ich es lange nicht zu einem Live-Turnier geschafft. Mit der Scrabbinale 2015 ist es nun endlich soweit. Wie es dort abäuft und was ich als Neuling erreicht habe, erfahrt ihr in meinem Bericht.

Über die Scrabbinale

Die Scrabbinale ist ein alljährliches Scrabble-Turnier in Berlin. An einem Wochenende treffen sich bis zu 50 Scrabbler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum in einem Hotel in Berlin Mitte. Es gewinnt, wer die meisten der 13 ausgetragenen Spiele für sich entscheidet und bei Gleichstand nach Punkten vorne liegt.

Die Scrabbinale fand in diesem Jahr vom 18. bis 20. September statt und ist nur eines von über zehn deutschsprachigen Turnieren die im Jahr stattfinden.

Thomas MaierLangsam herantasten

Die Reportage von der Scrabbinale 2012 war der erste Turnierbericht, den wir hier auf wort-suchen.de veröffentlicht haben. Im Jahr darauf bin ich selbst hingefahren und habe als Zuschauer mitgefiebert. Mit einigen Spielern habe ich dann auch aktiv online trainiert.

Im letzten Jahr sollte es dann zuerst soweit sein, aber leider musste ich kurzfristig absagen. Seitdem war jedoch klar, dass ich mich auch zur Scrabbinale 2015 wieder anmelden werde. Mein Turnierziel habe ich daher eher konservativ gewählt, um mich nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Zwei von 13 Spielen wollte ich gewinnen und mindestens auf Platz 34 landen.

Scrabbeln und lernen

Zur Vorbereitung auf das Turnier habe ich natürlich viel gescrabbelt. Vor allem spielte ich über die Scrabble-App, aber auch über Pixie Pit und seit Kurzem auch ein Online-Turnier innerhalb des Scrabble Deutschland e.V. Zwar entspricht das Onlinespielen nicht den Turnierbedingungen, aber zumindest kann man sich im Suchen der besten Lösungen üben.

Im letzten Jahr hat mich bereits eine erfahrene Turnierspielerin in den Umgang mit der Uhr eingewiesen (Danke, Maria). Beim Turnier-Scrabbeln wird nämlich mit einer Schachuhr gespielt. Jeder Gegner hat dann 30 Minuten Zeit, so dass eine einzelne Partie maximal 60 Minuten lang ist. Etwas Angst hatte ich schon davor die Uhr zum richtigen Zeitpunkt zu betätigen, aber dank der guten Einführung und der Hilfsbereitschaft während des Turniers, war das am Ende kein Problem.

Ein weiterer Aspekt meiner Vorbereitung war das Lernen der 3-buchstabigen Wörter. Die 2-Buchstabler habe ich bereits über die letzten Jahre gelernt, aber bei den längeren musste ich etwas auffrischen. Nebenbei habe ich mir auch die 4-buchstabigen Wörter angeschaut, die jedoch mit über 2.400 zu viele waren, um sie mir kurzfristig zu merken.

Anreise und Einweisung

Wer Lust hatte, konnte schon am Donnerstagabend zum Warm-Scrabbeln anreisen. Das Turnier selbst begann aber erst am Freitag-Nachmittag.

Drei Spiele sollen heute gemacht werden. Das sollte ausreichen, um sich langsam warm zu spielen. Beruflich bin ich schon seit Dienstag auf einer Messe gewesen und entsprechend müde. Eine Kopfschmerztablette hilft nur bedingt. Aufregung und Freude mischen sich in mir.

Zur Entspannung trägt bei, dass ich von mir bekannten Gesichtern begrüßt werde. Durch meinen vorherigen Besuch und die vielen Reportagen und Interviews auf wort-suchen.de habe ich das Gefühl, die meisten Leute zu kennen. Doch auch alle anderen neuen werden herzlich begrüßt. Die gemeinsame Leidenschaft verbindet die ansonsten sehr unterschiedlichen Teilnehmer.

Bei der Einführung durch die Organisatoren erfahren wir, dass insgesamt 42 Teilnehmer angereist sind. Ben Berger, Sieger aus den beiden Vorjahren, ist nicht dabei. Diese Info ist wahrscheinlich nur für die besten Spieler interessant. Aufgrund der an der Spielstärke orientierten Auslosung der Partien würde ich wohl eh nicht auf Ben treffen.

Hervorzuheben ist auch, dass es in diesem Jahr sechs Turnier-Neulinge gibt. Das ist wohl eine sehr hohe Zahl. Die meisten von ihnen kommen aus Berlin. Ein Neuling aber auch aus Amerika.

Partie eins – gegen drei Bingos gekämpft

Jetzt werden die Paarungen der ersten Runde genannt. Ich spiele gegen Eckard, den ich bis dahin noch nicht kannte.

Nachdem sich alle platziert haben wird es kurzfristig laut, als die Steine in den Säcken verschwinden und darin kräftig gemischt werden.

Ich beginne die Partie und greife ins Säckchen bis ich sieben Steine zusammen habe. Dann wird die Uhr gestartet und meine Zeit läuft ab.

Den genauen Spielablauf erspare ich euch hier. Es kommen ja noch zwölf Partien und spannend ist es eigentlich nur, wenn man selbst spielt.

Zu den Highlights dieses Spieles gehört aber, dass ich ohne eigenen Bingo gut gegen die drei Bingos von Eckard mithalten konnte.

Bingo: ein Bingo ist das Auslegen aller sieben Buchstaben die man auf dem Bänkchen hat. Dafür werden 50 Punkte zusätzlich angerechnet.

Endstand: 372:393

Nach dem Spiel wird kräftig diskutiert. Welches waren entscheidende Züge? Wörter, bei denen man sich unsicher war, werden noch einmal nachgeschlagen. Ich schlage *ULE und *CERE nach, die ich zum Glück nicht gelegt habe und die auch nicht zulässig gewesen wären. Die im Spiel gelegten Wörter UMWIND und RADES sind es dagegen schon.

Nachdem alle Spiele beendet wurden, werden eine Tabelle und die nächsten Partien ausgehängt. Ich bin auf Platz 27, weil ich „gut“ verloren habe.

Partie zwei – mein erster Sieg

Im nächsten Spiel treffe ich auf Yolene. Sie ist keine Muttersprachlerin und hat sich daher schon mit ihrer Teilnahme meinen Respekt verdient.

Gleich im zweiten Zug gelingt mir mit ABLESEN ein Bingo mit 82 Punkten. Ansonsten zeigt sich bei mir wohl mit der Anzweiflung des gültigen INS die Aufregung. Drei weitere Anzweiflungen sind jedoch erfolgreich, so dass ich mir langsam einen Vorsprung erarbeiten kann.

Im Verlauf des Spieles müssen wir immer wieder die Punkte abgleichen, da wir beim Addieren auf unterschiedliche Ergebnisse kommen. Dafür wird übrigens die Uhr gestoppt, so dass man nicht ganz so unter Stress gesetzt wird.

Im Spiel habe ich einige Buchstabenkombinationen auf dem Bänkchen, die nach einem Bingo riechen. ANRRSTU und BDEHNT_ sehen danach aus, ergeben aber keinen. MEINTEN hatte ich dann noch zwischenzeitlich auf der Bank, konnte es aber nicht unterbringen. Auch das gehört zum Alltag eines Spieles.

Ich gewinne am Ende mit 288:410

Partie drei – Wochenendziel erreicht

Das dritte Spiel gegen Angelika B. fängt gut an. Ich lege mit WUCHERT gleich im ersten Zug einen Bingo. Meine Gegnerin zieht mit MITLEREN nach. Drei Züge später lege ich noch HASSEST. Zwischendurch fällt mir auf, dass *MITLEREN irgendwie komisch aussieht und mir wird bewusst, dass hier ein T fehlt und ich den Zuge hätte anzweifeln sollen.

Im Spiel bin ich mir nicht sicher, ob NÄH erlaubt ist und finde keinen Bingo aus AIRRSS_ (Lösung: IRRSALS, SIERRAS), aber mir ist PHAT eingefallen, worauf ich sehr stolz bin. ANRISSE hatte ich dann noch auf der Hand, konnte es aber nicht unterbringen.

PHAT
toll oder großartig, auch PHATT, z.B. phatte Beats und nicht etwa fette

 

Dieses Spiel gewinne ich am Ende deutlich mit 473:314.

Am Ende des ersten Tages stelle ich fest, dass ich mit zwei Siegen schon mein erstes Ziel für das Wochenende erreicht habe. Ein bisschen hatte ich vor dieser Situation Angst, da ich nun sofort gegen deutlich stärkere Spieler antreten werde.

Ebenfalls stelle ich fest, dass ich mit immer über zehn Minuten Rest-Zeit auf der Uhr vielleicht auch mal damit beginnen könnte die Buchstaben abzustreichen, wie es viele erfahrene Spieler machen. Wie ich erfahre ist das besonders für den „Endkampf“ wichtig, wenn nur noch wenige Steine verfügbar sind und wenn der Unterschied zwischen den Gegnern nicht allzu groß ist.

Nach dem ersten Tag bin ich auf Platz acht der Tabelle. Morgen treffe ich auf Jürgen, Mitorganisator der Scrabbinale und viel erfahrener als ich. Das Losglück verlässt mich also langsam.

Wie es mir weiter auf der Scrabbinale 2015 erging, erfahrt ihr im zweiten Teil meines Berichtes.

Hilfe, wenn ihr euch bei einem Wort im Scrabble-Spiel nicht sicher seid, gibt auch unsere Scrabble-Hilfe.

Thomas Maier

Im Jahr 2009 starrte ich beim Scrabble-Spielen verzweifelt auf meine Buchstaben. Ein paar Stunden später war die erste Wortsuche geboren, die mir aber in diesem Fall auch nicht helfen konnte. Ich schreibe über meine Erfahrungen beim Trainieren und Turnierspielen.

Bildquellen

  • Thomas Maier: Bildrechte bei der 1337 UGC GmbH
  • Scrabbinale 2015: Bildrechte bei der 1337 UGC GmbH