Die Seite für Wortspiele und Wortspielereien

Kreuzwortkolumne #68 – Wüstenfuchs

erstellt am von  in Kreuzworträtsel-Kolumne

Der Wüstenfuchs macht Schnurrgeräusche, wenn er sich wohlfühlt. Deshalb, und wegen seines Handtaschenformats, ist er auch als Snack- und Haustier interessant, weshalb er vielfach bejagt wird. Mittlerweile steht der Fennek jedoch in einigen nordafrikanischen Ländern unter Schutz. Auch in den USA sind Fenneks beliebte exotische Haustiere und heißbegehrte Lebendhaarspender für… naja, für wen wohl?

Wüstenfuchs

Der Fennek (Vulpes zerda, alternative Schreibung laut Duden: Fenek) sieht aus als sei er einem Manga entsprungen. Der kleinste (Wild)hund der Welt erreicht ein Gewicht von eineinhalb Kilogramm. Sein buschiger Schwanz (weidmännisch: Lunte) macht gut die Hälfte seines Körpers aus. Im Verhältnis zu seiner schmächtigen Körpergröße ist sein Penisknochen mit knapp vier Zentimetern (etwa ein Zehntel der Gesamtgröße) allerdings relativ lang.

Der Wüstenfuchs besteht zu einem Fünftel nur aus Ohren. Diese dienen unter Anderem der Wärmeregulation: die Blütgefäße erweitern sich und geben dadurch Wärme nach außen ab.

Fennekfuchser

Der Name Fennek leitet sich aus dem persischen Sammelbegriff fanak, was soviel wie Fell, Pelz(tier) oder schlicht Fuchs bedeutet. Sein dichtes, langes, cremefarbenes Fell reflektiert tagsüber das Sonnenlicht und bedeckt auch die Sohlen seiner Pranten (weidmännisch: Barfußschuhe). Der Fennek lebt in weichen Erdbauen. Um diese graben zu können ist er auf sandige Umgebung angewiesen. Seine Gruben erstrecken sich bis zu 120 Quadratmeter und schließen sich manchmal sogar mit denen anderer Fennekfamilien zusammen.

Fenneks sind Familienfüchse und leben in kleinen Rudeln, was für Füchse generell eher untypisch ist. In der Regel besteht eine Fennek-Mischpoke aus den beiden Elterntieren sowie dem Nachwuchs. Im Frühjahr ist Ranzzeit. Der Paarungsvorgang dauert jedes Mal knapp drei Stunden und reicht daher für das restliche Jahr. Im Frühling wird dann meistens geworfen. Das Geheck wird in den ersten drei Wochen noch überwiegend vegan ernährt, solange das Jugendamt nichts dagegen unternimmt.

Urinstinkt

Fenneks leben in Nordafrika, in der Sahara, Libyen, im Sudan, auf der Sinai-Halbinsel, im Osten Israels, in Ägypten, der Nubischen Wüste, Mauretanien, Marokko, Tunesien, Algerien und im Sahel. In freier Wildbahn erreichen Wüstenfüchse ein Alter von sechs bis zehn Jahren, in Gefangenschaft sogar bis zu 14 Jahre. Allerdings trinken sie dann auch mehr. Unter freilebenden Bedingungen deckt der Wüstenfuchs seinen Flüssigkeitsbedarf ausschließlich über die Nahrung. Seine hocheffizienten Nieren lassen dabei nichts verkommen. Der Urin des Fenneks hat daher eine Konsistenz ähnlich der von Treibsand.

Fennekpfützen erfreuen sich immenser Beliebtheit. Ihnen werden heilende Kräfte zugeschrieben, weshalb Touristen aus der ganzen Welt anreisen um Sitzbäder darin zu nehmen. Vermutlich brachten vergrantelte Einheimische das Gerücht von der Harnsäurekur in Umlauf und beobachteten fortan mit diebischer Freude das Spektakel aus sicherer Entfernung.

Es kann nur einen geben

Der nächste Verwandte des Wüstenfuchses, der Afghanfuchs, lebt am Roten Meer. Ansonsten hat Fennecus, wie der Wüstenfuchs bis 1990 noch hieß, keine Unterarten. Zunächst hielt man ihn auch für eine eigenständige Gattung. Er gilt im Islam auch nicht als Hundeverwandter, sein Fleisch ist demnach halāl. Hyänen, Schakale und der Milchuhu sind die natürlichen Fressfeinde des Wüstenfuchses, allerdings ist der kleine Kerl verdammt schnell und lässt sich nicht so leicht fangen wie das nicht minder knuffige, aber unendlich langsame Zweifingerfaultier. Der Fennek ist ein nachtaktiver Allesfresser, der gern auch mal Siedlungen und Campingplätze zum Containern aufsucht. Im Gegensatz zu Deutschland ist dies in Afrika nämlich straffrei, weil das dortige Essen bereits zu einem Großteil aus unseren heimischen Schlachtabfällen besteht. Am liebsten verspeist der Wüstenfuchs aber Insekten, die er mit seinen Superohren im Sediment randalieren hört. Auf seinem Speiseplan stehen außerdem kleinere Nager, Vögel und Eidechsen sowie deren Eier. Einmal in der Woche legt auch der Fennek einen Veggie-Day ein, an dem er sich nur von Früchten und Knollen ernährt. Was er am Tag nicht schafft, vergräbt er, vergisst im Gegensatz zum Eichhörnchen jedoch nicht, wo.

Wüstenfuchs in Spe

Sinkende Trinkwasserspiegel, Dürresommer, Überweidung und der Raubbau an den letzten großen Wäldern lassen an vielen Orten neue Wüsten entstehen. Besonders durch die moderne Landwirtschaft und nicht zuletzt die Massentierhaltung werden die Böden ausgelaugt und sind irgendwann so staubig, dass das Schweineschnitzel schon zu Lebzeiten paniert wird. Die sogenannte Desertifikation ist eine direkte Folge des menschengemachten Klimawandels und betrifft neben großen Teilen des afrikanischen Kontinents auch China, Nordamerika, Spanien und, durch immer häufigere und größere Sandstürme, mittel- bis langfristig auch alle anderen Kontinente. Jedes Jahr geht dadurch fruchtbarer Boden in der Große der Bundesrepublik in den Grenzen von 1990 verloren.

Die laut einer Pressemitteilung des europäischen Rechnungshofes von 2018 akut von Landverödung betroffenen europäischen Länder sind Bulgarien, Griechenland, Spanien, Kroatien, Italien, Zypern, Lettland, Ungarn, Malta, Portugal, Rumänien, Slowenien und die Slowakei.

Zu den Vertretern der Gattung Vulpes, welche in den nächsten Jahrzehnten auf Wüstenfuchs umlernen müssen gehören unter Anderem der Bengalfuchs, der Afghanfuchs, der Tibetfuchs, der Blassfuchs und der Rüppelfuchs. Einen deutlichen Entwicklungsvorteil hat, neben dem Steppenfuchs, auf jeden Fall der Spähpanzerwagen „Fennek“.

Verwüstenfuchs – Rommels Dienstwagen

Der Spähpanzerwagen Fennek der deutschen und niederländischen Armee erreicht im ausgewachsenen Zustand eine Länge von ungefähr fünfeinhalb Metern. Bei cirka 1,80 Metern Schulterhöhe bringt er etwas über zehn Tonnen Kampfgewicht auf die Waage. In seinem Inneren ist Platz für drei Personen. An seiner Entwicklung und Bewaffnung beteiligt sind die deutschen Waffenhersteller Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG (KMW) sowie Heckler & Koch.

Wenn er sich bedroht fühlt, versprüht der Fennek mit bis zu 300 Schuss in der Minute kleine Granatpatronen vom Kaliber 40 x 53 Millimetern. Dabei hat er eine Reichweite von etwa 2000 Metern. Im freien Lauf erreicht dieser Wüstenfuchs eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h.

Wenn der Fuchs schläft…

..hält ihn die Welt für fromm (deutsches Sprichwort). Aber wie könnte man bei diesem Bild auch böses vermuten?

Dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, schläft nur einer wirklich ruhig.

Noch mehr Kolumnen? Aber gerne doch!

Noch mehr Wissenswertes findet ihr in unserer Kreuzwortkolumne und noch mehr Podcasts gibt es in unserer Rubrik Dominiks letzte Worte. Schaut vorbei!

Über den Autor

Der Autor ist tot…und ich bin der lebende Beweis dafür. Mein Motto: „Der Dativ ist des Objektes Stativ.“



Bildquellen:

Titelbild: Dominik Wachsmann; Copyright: frost || films; Photograph: Peggi Petzold

Bearbeitung: Frederik Schrader für 1337 UGC GmbH

Bild 1: Keulemans Fennec via Wikimadie Commons, Public Domain

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14904281

Bild 2: vulpes cerda cub via Wikimedia Commons, Public Domain

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17918964

Bild 3: Treibsand, via Wikimedia Commons, Public Domain

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29670006

Bild 4: Desertifikation, via Wikimedia Commons, Public Domain

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=289522

Bild 5: Panzerfuchs, via Wikimedia Commons, Public Domain

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13461725

Bild 6: Granatfuchs, via Wikimedia Commons, Public Domain

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4574808

Bild 7: Schlaffuchs, via Wikimedia Commons, Public Domain

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2238559