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Leichtmetall Titelbild

Kreuzwortkolumne #61 – Leichtmetall

erstellt am von  in Kreuzworträtsel-Kolumne

Das schwerste Leichtmetall ist Titan. Das leichteste Schwermetall ist Europium. So geht das schon los. Die Übergangsmetalle übergehen wir am besten direkt.

Leichtmetall

Ein gutes Leichtmetall ist leitfähig, elektrisch wie auch thermisch. Es ist ermüdungsfest und rostfrei, besitzt herrlichen Glanz, ist von unnachgiebiger Härte und dabei dennoch elastisch und gut formbar. Wenn ihr jetzt einen Film von Leni Riefenstahl vor Augen habt, nun, dann bin ich wenigstens nicht alleine damit! Bevor ich mich aber zu weit aufs Glatteisen wage, stelle ich euch lieber einige ausgewählte Leichtmetalle im Einzelnen vor.


In unserer Kreuzworträtsel-Hilfe gibt es sämtliche Leichtmetalle in ihrer elementaren Form!

Magnesium

Mg hat es unter die Top 10 der häufigsten Elemente geschafft und ist aus dem Leichtathletikunterricht nicht mehr wegzudenken. Zusammen mit seinem weichen Kumpel Calcium macht es das Wasser hart und sichert in der Waschmaschinenreparatur-Branche tausende von Arbeitsplätzen.

Die Herstellung von Magnesium ist sehr treibhausgasintensiv. Schon beim Auflösen nur einer einzigen Brausetablette werden 0,124 kg CO2 freigesetzt. Magnesiumfackeln und auch Wunderkerzen brennen sogar unter Wasser, weil sie eine so hohe Hitze erzeugen, dass der im Wasser enthaltene Sauerstoff trocknet und Funken schlägt.

Eiserne Ration

Magnesium ist essentiell, das heißt ernährungsphysiologisch unentbehrlich für Mensch, Tier und Pflanze.

Ein erwachsener Mann benötigt täglich 400 Milligramm Magnesium um am Boden zu bleiben, den Rest erledigt das Magnetfeld der Erde. Die größten Magnesiumminen liegen daher auch in China, wo sich der Erdkern derzeit befindet.

Kinder im Grundschulalter benötigen hingegen nur eine dünne Schicht Magnesiumcarbonat auf den Handflächen, um Turnübungen jeglicher Art über unbegrenzte Zeit durchführen zu können.
Das wird so ziemlich jeder Sportpädagoge älteren Baujahres bestätigen.

Für Mensch, Natur und Auto gilt: Magnesium ist wichtig für die Pumpe, die Felgen und den Auspuff.

Calcium

Wir schleppen davon täglich ein gutes Kilo mit uns herum, hauptsächlich in den Weisheitszähnen. Calcium ist außerdem essentielles Argument vieler Osteoropäer für den Verzehr von Milchprodukten.

Leichtmetall Michel Houelleblech
Bild 1 zeigt Michel Houelleblech, den Erfinder der Calciumangel. Der Metalhead und Hobby-Schriftsteller trug maßgeblich zur Erfindung der Schulkreide als trockener Alternative für die unentwegt klecksenden Kielfedern bei.

Aluminium

Zunächst mal eine Entwarnung: Aluminium ist das in der Erdkruste am häufigsten vorkommende Metall – die Erde ist demnach abhörsicher! Darum war es bis Mitte des 19. Jahrhunderts auch teurer als Gold.

Alu hat einen unedlen Charakter und geht völlig wahllos chemische Verbindungen mit anderen Stoffen ein.

Die Herstellung von Aluminium ist sehr energieaufwändig. Bei seiner Gewinnung entstehen zudem tonnenweise Rotschlamm. Dabei handelt es sich um einen beonders eisenhaltigen Rooibos-Tee (1 kg Tee enthält durchschnittlich 385 mg Aluminium).

Als Innen-Beschichtung von Getränkepackungen ist es allerdings völlig ungiftig und kann daher problemlos über den Hausmüll entsorgt werden.

Wickelpräservative aus Aluminiumfolie gehören zu den effektivsten Verhüttungsmethoden und sind bis zu 1000 mal wiederverwendbar.

Legierungen mit Magnesium und Aluminium finden sich aufgrund ihrer Leichtigkeit in der Automobilherstellung, sowie in der Luft- und Raumfahrttechnik wieder. Darum stürzen Zeppeline auch so ästhetisch langsam ab. Wären sie hingegen aus dem Schwermetall Blei gefertigt, wäre man im Inneren wenigstens vor radioaktiver Strahlung geschützt.

High-End-Leichtmetall

Beryllium

Vom Brillenglas zur Neutronenquelle für Atombomben hat dieses Leichtmetall nicht nur in Japan eine beachtliche Karriere hingelegt. Es kommt außerdem beim Bau von Rennautos, Lautsprechern, Uhren, Weltraumteleskopen und MRT-Geräten zum Einsatz, zum Beispiel als Legierung mit Kupfer oder Nickel.

Lithium

Wieso kann das Duracell-Häschen eine Dauerstandpauke halten ohne dabei Kopfschmerzen zu bekommen? Weil seine Akkus Lithium-Ionen enthalten, wie es heute bei so ziemlich jeder Unterhaltungselektronik der Fall ist. Lithium wird auch therapeutisch verwendet, zum Beispiel bei psychischen Erkrankungen als Booster für Antidepressiva. Daher: vor einem unangenehmen Telefonat ruhig ein bis zwei Mal am Akku lecken. Das ist gut für den Elektrolyte-Haushalt und lockert die Zunge.

Mehr bleibt weiten Teilen der indigenen Bevölkerung Chiles, dem größten Lithiumproduzenten, übrigens auch nicht übrig, denn die Grundwasserreserven sind dort in der Hand von privaten Konzernen die für die Herstellung unserer Hochleistungsbatterien täglich Millionen Liter verballern*. Was die Umwelt angeht, lebt die Menschheit sprichwörtlich auf Pump.

(*Danke an Christoph Süß und die Redaktion von „quer“ für ein entsprechendes Video bei Facebook!)

Titan

Der moderne Polizei-Cyborg wäre ohne Stahl-Titan-Legierungen nicht vorstellbar. Titandraht macht die E-Zigarette möglich und damit das Rauchen gesund, wenn auch ein wenig affektiert. Ein Viertel der weltweiten Produktion fließt allerdings in die Köpfe von Golfschlägern.

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Über den Autor

Der Autor ist tot…und ich bin der lebende Beweis dafür. Mein Motto: „Der Dativ ist des Objektes Stativ.“



Bildquellen:

Titelbild: Dominik Wachsmann; Copyright: frost || films; Photograph: Peggi Petzold; Bearbeitung: Frederik Schrader für 1337 UGC GmbH

Bild 1: via Wikimedia Commons, gemeinfrei