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Kreuzwortkolumne April April

Kreuzwortkolumne #63 – April, April!

erstellt am von  in Kreuzworträtsel-Kolumne

Björk als Gastsängerin auf dem neuen Led Zeppelin-Album? Wenn es im Internet gedruckt wurde, dann muss es stimmen. Rick Astley tanzt im neuen Star Wars-Trailer? Immer noch besser als Solo! Der verschollene Erbenkel aus Buxtehude ruft an und behauptet, Ihre Schnürsenkel wären offen? Auf keinen Fall runtergucken!

April, April!

Der Aprilscherz ist ein Witz, der einem erzählt wird – und dessen Pointe man selbst ist. Seine Mitmenschen mittels alternativer Wahr- und Gegebenheiten aufs Glatteis zu führen hat durchaus Tradition. Allerdings findet es mancheiner ganz und gar nicht komisch, verulkt oder für dumm verkauft zu werden. Das gibt unter Umständen auch mal Eins auf den Deckel. Klar, dass sich irgendwann ein designierter Zeitpunkt herausbilden musste, an dem es quasi „erlaubt“ ist, andere zum Narren zu halten, sei es durch das Auftischen von Haseneiern und Auferstehungsmärchen an Ostern, oder eben am 1. April eines jeden Jahres in Form von Salz statt Zucker im Tank oder ähnlichen Schadenfreude auslösenden Schelmereien.


Mit unserer Kreuzworträtsel-Hilfe schicken wir garantiert niemanden in den April. Kein Scherz!

Jemanden in den April schicken – wie geht das?

Zunächst braucht man ein möglichst leichtgläubiges Opfer. Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren eignen sich dafür ganz hervorragend, weil sie noch uneingeschränktes Vertrauen in Erwachsene haben und so ziemlich ALLES glauben. Wenn man also unaufgearbeitete Gefühle von Minderwertigkeit mit sich herumschleppt, aber den Gang zum Therapeuten scheut und sich dennoch einmal ganz groß fühlen möchte – dann nichts wie ran, denn wenn erstmal die Hormonschübe einsetzen, glauben die Racker einem überhaupt nichts mehr!

Als Nächstes wird dem Opfer die inhaltliche Prämisse des Aprilscherzes unterbreitet. Das kann zum Einen eine offensichtliche Unmöglichkeit sein, wie zum Beispiel:

„Hast du schon gehört? Katholische Priester sind jetzt pauschal als Gefährder eingestuft worden!“

Genauso tut es aber auch der gute alte „Du hast da ’nen Fleck“-Trick. Fällt das Opfer darauf hinein und reagiert spontan mit Wiedereintritt in die Kirche oder Konsultation seines Dermatologen, ruft man laut: „April, April!“ – und geht gegebenenfalls in Deckung.

Think big(ger)

  • Was dem Einzelschicker nicht vergönnt, ist den Medien ein Leichtes, besonders in Zeiten des Internets. So suchte vor Kurzem ein Veganer-Blog nach Testpersonen für Vitamin B12-haltige Kondome.
  • 2012 gab T-Online eine Meldung heraus, nach der die Anonymus-Aktivisten die Datenbank in Flensburg gehacked und jedem Bürger pauschal 18 Punkte verpasst hätten – auch den Kindern!
  • SONY Records soll sich angeblich schon vor Jahren die alleinigen Vermarktungsrechte der Töne E, A und D gesichert haben.
  • 1980 behauptete der amerikanische TV-Sender WNAC-TV, dass der Great Blue Hill in Norfolk County, Massachusets, ausgebrochen sei. Am Ende der Meldung wurde zwar ein Schild mit der Aufschrift „April Fool“ in die Kamera gehalten, jedoch hatten sich da bereits hunderte Amerikaner in wilder Untergangspanik zum vermeintlichen „Vulkan“ begeben um dort ihre Zweitgeborenen als Ernteopfer darzubringen.
  • Ebenfalls in den 80er Jahren berichtete eine Berliner Tageszeitung, dass die Fahrgäste der S-Bahn künftig an jeder Endhaltestelle den Zug selbst aufs Abstellgleis zu schieben hätten, um auf diese Weise Betriebskosten einzusparen.

Was geschah am 1. April?

Der 1. April, April! aller Zeiten fand irgendwann im frühen 16. Jahrhundert statt, als der italienische Arzt Girolamo Fracastoro bei seinen Syphilisstudien zufällig den deutschen Humor entdeckte. Seither ist viel passiert.

1881 wird in Berlin das erste deutsche Telefonnetz in Betrieb genommen. Noch am selben Tag werden sämtliche 48 Anschlussinhaber Opfer eines Telefonstreiches.

April, April Telefonstreich

Das Bild zeigt den mit internationalem Haftbefehl gesuchten Telefonterroristen Alexander „Grandson“ Glocke. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde er verdächtigt, tausende obszöne Anrufe und Telefonstreiche geplant und durchgeführt zu haben, bei denen er sich unter anderem als Besetztzeichen oder Zeitansager ausgab. Er wurde nie gefasst.

1893 wird die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) als einheitliche Uhrzeit in Deutschland eingeführt. Nach dieser Zeit werden nun die Fahrpläne der Eisenbahnen getaktet, um Zugverspätungen für alle Ewigkeit auszuschließen.

1924 wird Adolf Hitler wegen Hochverrats zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, kommt jedoch kurz vor Weihnachten desselben Jahres wieder frei – wegen guter Führung.

1938 verkauft Nestlé erstmals in der Schweiz löslichen Kaffee. Der schmeckt zwar wie ein schlechter Witz, ist aber nicht der eigentliche Aprilscherz. Dieser liegt darin, dass bei der Herstellung des Instantgetränkes zunächst Wasser benötigt wird, welches in einem zweiten Arbeitsschritt verdampft und schließlich vom Verbraucher zum Selbstkostenpreis wieder hinzugegeben wird.

1957 treten die ersten zehntausend Wehrpflichtigen ihren Dienst bei der deutschen Bundeswehr an. Das Grundrecht auf die Kriegsdienstverweigerung wurde zwar bereits 1949 in der deutschen Verfassung erwähnt, jedoch von den meisten Deutschen nicht für voll genommen.

1976 erscheint der erste Einplatinencomputer der am selben Tag gegründeten Firma Apple. Das Teil bestand lediglich aus einer Handvoll Komponenten, von denen keine einzige ausgewechselt werden konnte.

1998, zwei Minuten vor Anpfiff des Halbfinales der UEFA-Champions-League (es spielten Borussia Dortmund gegen Real Madrid) reißen einige Superfans des spanischen Fußballvereins im Stadion einen Schutzzaun nieder, der eigentlich dazu gedacht ist, ungewollte Zuschauer-Kopfbälle zu verhindern. Eines der Tore war zur Diebstahlsicherung an jenen Zaun geschweißt und dadurch ebenfalls umgeknickt worden. Es dauerte beinahe so lange wie die eigentliche Partie selbst, bis ein Wechseltor aufgetrieben und installiert werden konnte. Nachdem es vom zuständigen Statiker abgenommen wurde, konnte das Spiel beginnen und endete für Dortmund mit einer 0:2-Niederlage, da bei einigen Spielern aufgrund der Verspätung die Wirkung ihrer Steroide bereits nachgelassen hatte. Der eigentliche Aprilscherz ist jedoch die Tatsache, dass die Kommentatoren des Spiels, Marcel Reif und Günther Jauch, für ihre Überbrückungsleistung mit dem Waldorf & Statler-Preis ausgezeichnet wurden.

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Noch mehr Wissenswertes findet ihr in unserer Kreuzwortkolumne und noch mehr Podcasts gibt es in unserer Rubrik Dominiks letzte Worte. Schaut vorbei!

Über den Autor

Der Autor ist tot…und ich bin der lebende Beweis dafür. Mein Motto: „Der Dativ ist des Objektes Stativ.“



Bildquellen:

Alexander „Grandson“ Glocke, Bild via Wikimedia Commons, No restrictions,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56277409

Titelbild: Dominik Wachsmann; Copyright: frost || films; Photograph: Peggi Petzold; Bearbeitung: Frederik Schrader für 1337 UGC GmbH