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Die Welthilfssprache im Kreuzworträtsel

erstellt am von  in Wortwissen

ESPERANTO? Davon hast du bestimmt schon einmal gehört. Diese sogenannte Welthilfssprache wird gelegentlich im Kreuzworträtsel gesucht – aber sie ist nicht die einzige.

Unsere Kreuzworträtsel-Hilfe kennt sage und schreibe 92 Lösungen für die Frage nach einer solchen Welthilfssprache.

Mit drei Buchstaben ist beispielsweise IDO einer der kürzesten Begriffe für eine, nach der in Rätseln gefragt wird. Das längste Wort ist übrigens LINGUAINTERNACIONAL mit 19 Buchstaben.

Aber fangen wir von vorn an: Was ist denn eine Welthilfssprache eigentlich?

Definition von Welthilfssprache

Eine Welthilfssprache ist eine künstliche Sprache, die Menschen erdacht haben, und die einem bestimmten Zweck dient: Die Verständigung zwischen den Völkern zu erleichtern. Da sie speziell konstruiert wird, heißt sie auch Plansprache. Wenn viele fremdsprachige Menschen zusammenkommen, fehlt ihnen die gemeinsame Basis. Sie greifen dann meist auf eine Sprache wie Englisch zurück. Denn Englisch sprechen weltweit sehr viele Menschen – aber eben nicht alle, so dass die Verständigung manchmal nur unzureichend klappt. Außerdem dauert es ziemlich lange, eine natürliche Sprache wie eben Englisch zu lernen. Manchen Völkern fällt das schwerer als anderen, je nachdem, wie nah ihre eigene Sprache an der Struktur indogermanischer Sprachen angelehnt ist. Welthilfssprachen sind deshalb so konstruiert, dass sie möglichst jeder schnell und leicht erlernen und direkt anwenden kann.

Wie die konstruierten Sprachen funktionieren

Eine einfache, regelmäßige Grammatik – also beispielsweise ohne unregelmäßige Verben – ist eines der hervorstechendsten Merkmale einer Welthilfssprache. Viele bauen auf dem Wortschatz bestehender, natürlicher Sprachen auf und streben danach, diesen zu vereinfachen. Damit die Plansprachen leicht zu lernen sind, verfügen sie idealerweise über nachvollziehbare und einfache Regeln.

Die bekanntesten Plansprachen und ihre Geschichte

Im 17. Jahrhundert öffnet sich die Welt allmählich, und Forscher entdecken, dass es unzählige weitere Sprachen neben den damals bekannten gibt. Um die internationale Verständigung zu vereinfachen, entwickeln sich die ersten Ideen für Plansprachen, die allerdings noch kaum Gestalt annehmen. Eine Art Zwischensprache erscheint trotzdem als gute Idee, denn Latein, das zu dieser Zeit einer Universalsprache noch am nächsten kam, verlor allmählich seine Bedeutung. Englisch hingegen sollte sich erst im 20. Jahrhundert zur Weltsprache entwickeln. Ernsthafte Ansätze, einfach zu erlernende Hilfssprachen zu entwickeln, gab es dann ab dem 19. Jahrhundert.

Volapük: Ganz früh, ganz schwierig

Als eine der ersten dieser Konstruktionen gilt VOLAPUEK, erdacht von einem Deutschen: Der Pfarrer Johann Martin Schleyer entwickelte sie um 1880. Volapük richtete sich vorwiegend an gebildete Menschen. Ihr Wortschatz beruht auf der deutschen und englischen Sprache. Die Hilfssprache kennt acht Vokale und 20 Konsonanten und gilt als eher schwer zu erlernen. Darum geriet ihre Entwicklung und Verbreitung schon nach wenigen Jahren ins Stocken. Sie war zudem recht eigenwillig konstruiert: Weil nach der Meinung Schleyers die Chinesen kein „R“ aussprechen können, ließ er diesen Buchstaben in seiner Kunstsprache einfach weg. Auch ist die Grammatik der Sprache eher uneinheitlich gestaltet. Die Volapük-Bewegung existiert noch heute, sie hat jedoch eine sehr geringe Verbreitung: Geschätzt rund 150 Menschen verständigen sich damit.

Die am meisten verbreitete Hilfssprache: Esperanto

Ganz am Anfang haben wir unterstellt, dass du von ESPERANTO bestimmt schon einmal gehört hast. Das hat einen Grund: Die Sprache gilt als diejenige Plansprache, die sich in der Welt am weitesten verbreiten konnte. Esperanto basiert auf der Lingvo Internacia, die der in Warschau tätige Augenarzt Ludwik Lejzer Zamenhof 1887 entwickelt hatte. Er wollte damit unter anderem Rassismus unterbinden – im Grunde ging es ihm um nichts Geringeres als den Weltfrieden. Geschätzt bis zu eine Million Menschen in rund 100 Staaten der Welt sprechen heute Esperanto. Die Welthilfssprache hat ihre Wurzeln in romanischen, germanischen und slawischen. Für Menschen, die aus diesen Sprachräumen stammen, ist die Sprache daher besonders leicht verständlich. Auch Einflüsse des Lateins finden sich in ihr wieder. Esperanto hat viele weitere Kunstsprachen beeinflusst, die unter dem Oberbegriff „Esperantid“ zusammengefasst werden.

erfinder einer plansprache
Ludwik Lejzer Zamenhof erfand die Sprache Lingvo Internacia, der Basis von Esperanto.

Ido, das etwas einfachere Esperanto

IDO ist eines dieser Esperantiden. Es ist außerdem dasjenige, das unter den von Esperanto inspirierten Hilfssprachen die größte Bedeutung hat. Der Franzose Louis Couturat, ein Linguist und Mathematiker, schuf Ido im Jahr 1907 gemeinsam mit Louis de Beaufront, einem Hilfslehrer. Im Gegensatz zu Esperanto, das auch Überzeichen wie Zirkumflexe (^) verwendet, fußt Ido allein auf lateinischen Buchstaben. Ido sollte logischer sein als Esperanto. Tatsächlich sind die Unterschiede beider Sprachen relativ gering, so dass sich Menschen, die Esperanto oder Ido verstehen, durchaus untereinander verständigen können. Rund 5000 Menschen auf der Welt sprechen Schätzungen zufolge heute noch Ido.

Irgendwie asiatisch: Sona

Diese künstlich erschaffene Sprache SONA stammt aus dem Jahr 1935, entwickelt hat sie der englische Schriftsteller Arthur Kenneth Searight. Ihn störte, dass Esperanto und das darauf fußende Ido sich so sehr am europäischen Sprachraum orientieren. Searight wollte eine Sprache, die viel universeller verständlich sein sollte und verzichtete dafür auf einen Wortschatz, den Europäer leichter erfassen konnten. Stattdessen nutzt Sona nur Laute, die Searights Ansicht nach jeder Mensch aussprechen kann. Sona erinnert zum Teil an asiatische Sprachen, wurde aber auch vom Russischen oder Arabischen beeinflusst. Die Sprache besitzt lediglich 360 bis 375 Basiswörter. Das einzige je veröffentlichte Buch zu dieser Welthilfssprache hat Arthur Kenneth Searight selbst verfasst, dementsprechend gering ist die Verbreitung von Sona. Heute nutzt nur noch eine sehr kleine Gemeinschaft die Hilfssprache.

Interlingua, die Projektsprache

Die INTERLINGUA ist eine der jüngeren Entwicklungen im Bereich der Welthilfssprachen. Sie entstand 1951 als Ergebnis eines langjährigen Forschungsprojektes von Sprachwissenschaftlern. Auch die Interlingua basiert auf dem Wortschatz europäischer Sprachen. Sie gehört wie Esperanto zu den bekanntesten Plansprachen, allerdings ist nicht bekannt, wie viele Menschen Interlingua tatsächlich anwenden. Ihre Grammatik ist stark vereinfacht, der Wortschatz besteht aus international ähnlich lautenden und in vielen Sprachen verwendeten Begriffen. Interlingua ist daher keine Kunstsprache, sie ist am ehesten als stark vereinfachtes Latein zu verstehen.

logo interlingua
Logo der neutralen IALA, International Auxiliary Language Association.

Noch mehr (über) Welthilfssprachen

Wie bereits erwähnt, findest du in unserer Kreuzworträtel-Hilfe mehr als 90 mögliche Lösungswörter für die Frage nach einer Plan- oder Welthilfssprache. Wahrscheinlich gibt es aber rund 500 solcher künstlich konstruierter Sprachen. Viele davon vereinfachen oder ergänzen andere Hilfssprachen. Doch allein die schiere Anzahl dieser Sprachen zeigt bereits: Das Ziel, eine universelle Verständigungsmöglichkeit zu schaffen, ist nur schwer zu erreichen. Nur Esperanto kann sich rühmen, international eine große Bekanntheit erlangt und viele Menschen erreicht zu haben. Viele der auf europäischen Sprachen beruhenden Konstrukte verloren an Bedeutung, als sich Englisch nach dem Zweiten Weltkrieg zur Weltsprache entwickelte.

Neben den oben gelisteten Sprachen werden dir im Kreuzworträtsel vermutlich noch folgende etwas häufiger begegnen: SOLRESOL mit acht Buchstaben ist eine auf musikalischer Basis erschaffene Hilfssprache. NOVIAL mit sechs Buchstaben war als Sprachprojekt entwickelt worden, um Esperanto zu verbessern. LATINO SINE FLEXIONE – 18 Buchstaben, wenn es zusammengeschrieben wird – ist eine Form des Latein, die ohne Wortbeugungen auskommt.

Obwohl der Erfolg von Plan- oder Welthilfssprachen insgesamt eher mäßig ist, werden heutzutage noch immer welche entwickelt. Zu den jüngsten zählen dabei RUS MONGOLISCH aus 2013 oder die Ratiácische Sprache aus dem Jahr 2011.

Bildquellen
Titelbild – Welthilfssprachen by Frederik Schrader für 1337 UGC GmbH
Bild 1 – Augenarzt Ludwik Lejzer Zamenhof Public domain via Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1908-kl-t-zamenhof.jpg
Bild 2 – IALA-Logo via Architengi, Public domain, Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:150px-Interlingua-Logo.png