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Lichtgrenze

Lichtgrenze ist das Wort des Jahres 2014

erstellt am von  in Wortwissen

Durchgesetzt hat sich dieser Begriff unter anderem gegen „Russlandversteher“, „Freistoßspray“, „Willkommenskultur“ und „bahnsinnig“.

 

Und das vollkommen zu Recht, denn Lichtgrenze bezeichnet nicht etwa die hoeLuwaLESpo sondern eine Installation zur Feier eines gesellschaftlich bedeutenden Ereignisses.

 

Lichtgrenze ~ mehr als nur ein Wort

Eine 8000 Ballons starke Lichtinstallation, nach einer Idee von Marc und Christopher Bauder. Entlang des Verlaufs der ehemaligen Berliner Mauer erinnerte die Lichtgrenze nicht nur visuell an die reale Teilung der Stadt.  Die finale Aufhebung der Installation, bei der die Ballons in die Luft stiegen und im Abendhimmel verschwanden, erinnerte auf eindrucksvolle Weise an den Tag vor 25 Jahren, als die Mauer fiel und die Aufhebung der Teilung Berlins begann.

 

 

Lichtgrenze Berlin: Der letzte Tag

 

 

Lichtgrenze ist aus den TOP 10 der Endkanditaten für das Wort des Jahres 2014 der Begriff mit der höchsten positiven Konnotation ~ abgesehen vielleicht von „Götzseidank“.

Es wäre auch durchaus zu erwarten gewesen, dass das Wort des Jahres 2014 einen Bezug zur Fußballweltmeisterschaft hat.

Andererseits… wie oft wird eine Nation Weltmeister? Und wie oft wird sie wiedervereint?

Eben.

 

Lichtgrenze ist das Wort des Jahres 2014. Nach GroKo, Stresstest, Bundeskanzlerin und Abwrackprämie endlich wieder ein Begriff mit Bedeutung.

Nicht alle Deutschen haben die gleiche Meinung zur Wiedervereinigung. Selbst ein Vierteljahrhundert später wirkt die Teilung Deutschlands nach ~ sei es in Köpfen oder auf Lohnzetteln.

Jedoch war der Mauerfall ein wichtiges und gutes Ereignis und traf „den sprachlichen Nerv“ der Menschen.

„Reisefreiheit“ wurde 1989 das erste Wort des Jahres im Zusammenhang mit dem Mauerfall. „Lichtgrenze“ besitzt sicher nicht annähernd diese Bedeutungskraft, ist jedoch seitdem das erste mit positivem Gehalt.

 

Um ein Haar wäre „schwarze Null“ das Wort des Jahres 2014 geworden.
Lesen Sie nun die Einleitung, die dieser Artikel dann gehabt hätte.

Schwarze Null ist das Wort des Jahres 2014.

Und das vollkommen zu Recht.

Der Fromme Wunsch unserer Regierung nach einem ausgeglichenen Haushalt 2015 verdient die Würdigung der GfdS, denn Schulden machen ist schließlich sowas von 2013…

Es gab sonst tatsächlich 2014 nichts, was uns besonders bewegt hätte…

Deutschland wurde nicht zum 4. mal Weltmeister,
Klaus Wowereit trat nicht zurück,
und ein gewisser Sebastian E. Setzte sich nicht medienwirksam in die Nesseln.

Wir sind als Volk, Nation und Sprachgemeinschaft, angesichts eines völlig ereignisfreien Jahres 2014 vereint …in Sprachlosigkeit.

Oder, um es mit Wittgenstein zu sagen:

 

 

Was ist eigentlich dieses Wort des Jahres?

Die Essenz einer Reaktion, die ihren Weg in unseren Sprachgebrauch findet.

Hinter dem Wort des Jahres steht ein Lebensgefühl, ein Zeitgeist, eine Weltanschauung

  • aufmüpfig
  • Szene
  • konspirative Wohnung
  • heißer Herbst

 

Warum ein Wort des Jahres?

Worte erklären uns die Welt.

 

Was wir begreifen wollen, braucht einen Namen.

  • Tschernobyl
  • AIDS
  • Holocaust
  • Klimakatastrophe

 

Das Wort des Jahres sagt, was eine Gesellschaft zusammenhält

  • Politikverdrossenheit
  • Ellenbogengesellschaft
  • Wutbürger
  • Fanmeile

 

Worte des Jahres im Lauf der Zeit

  • Reisefreiheit
  • Besserwessi
  • Teuro
  • HartzIV

 

Mit welchem Jahr würden Sie das Wort „Rasterfahndung“ verbinden?
Ein kleiner Tipp – als „Rasterfahndung“ zum Wort des Jahres gekürt wurde, war der Kampf gegen den Terrorismus ein Thema.

a) 2001
b) 1980
c) 2004

 

Ohne das Wort des Jahres…

…könnte Politik kaum noch differenziert betrachtet werden:

  • Schwarzgeldaffäre
  • Bundeskanzlerin
  • Reformstau
  • GroKo
  • Finanzkrise
  • Sparpaket
  • Sozialabbau

 

Währet den Zusammenhängen
Wort des Jahres 2012 ~ Rettungsroutine
Giftpflanze des Jahres 2012 ~ Goldregen

 

Das inoffizielle Jugendwort des Jahres 2014 lautet übrigens Hä??