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ZEIT Scrabble Sommer

Gewagte Wortschöpfungen im ZEIT Scrabble Sommer

erstellt am von  in Wortspiele
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Gewagte Wortschöpfungen gibt es nahezu in jeder Runde beim ZEIT Scrabble Sommer. Die schönsten Kreationen der letzten Jahre hat uns Sebastian Herzog hier mal zusammengefasst, um den Ideenreichtum der Teilnehmer eindrucksvoll zu belegen – samt Hinweisen, was entweder gar nicht oder nicht ganz korrekt war.

Unser Gewinnspiel ist nun beendet! Für alle Neugierigen finden es am Ende des Artikels zum Knobeln

Örekiste , Eiskröte, Ökostier – skurrile Wörter beim ZEIT Scrabble Sommer

Dem Vorschlag SERMONLE fügte der Urheber zur Erläuterung selbst bei: „Südd. Diminutiv ugs.“. Ich verspreche, ich werde den Herrn wissen lassen, wenn wir den ZEIT-Scrabble-Sommer mal auf Mundart ausspielen.

Jeder Däne verfügt sicherlich über eine ÖREKISTE. Die EISKRÖTE ist eine im Internet mehrfach erwähnte Formation aus Gefrorenem, die wie eine Amphibie anmutet. IKTERÖS ist wohl als Adjektiv zu IKTUS gedacht; mag sein, dass das ein gängiger Ausdruck unter Dichtern oder Medizinern ist – der Duden kennt ihn jedoch nicht. Der ÖKOSTIER weidet nur auf ökologisch einwandfreien Wiesen, während die MURRKISTE vermutlich eine Art Kummerkasten darstellt. Wie auch immer – alles amüsant, aber aus Sicht des Scrabblers Mumpitz. Die EMSLYRIK ersann interessanter Weise ein Teilnehmer aus NRW.


Ist bereit für den ZEIT Scrabble Sommer: Sebastian Herzog
Sebastian Herzog ist Mitgründer und Vorsitzender des Scrabble Deutschland e.V. Zuvor hob er im Jahr 2000 gemeinsam mit dem ZEIT-Redakteur Dr. Wolfgang Lechner das erste deutschlandweite Scrabble-Turnier, das ZEIT-Turnier, aus der Taufe. Mehr über ihn erfahrt ihr in einem unserer Interviews.

Große Recherche für Smyrilen beim ZEIT Scrabble Sommer

Für SMYRILEN habe ich mich extra mal auf große Recherche begeben und bin bei Wikipedia fündig geworden. „Smyril“ ist sowohl der färöische Name für den Merlin als auch für das Flaggschiff der dort ansässigen Fährverkehrsflotte. Da ziehe ich meinen Hut vor so viel Globetrotterwissen! Ob der Plural mit –EN gebildet wird, entzieht sich mangels Vertrautheit mit dem Färöischen allerdings meiner Kenntnis. Und: Zulässig ist das alles beim Scrabble ja eh nicht.

Ein Begriff kommt mir just noch in den Sinn: MYRIELS erinnerte mich zwar an Marc Cohns großartigen Song „Walking in Memphis“ , damit war das Positive dieses Vorschlags aber auch schon erledigt. Nicht nur, dass die dort erwähnte Lady „Muriel“ heißt – im Rechtschreib-Duden ist weit und breit kein Stichwort zu finden, von dem MYRIELS ableitbar wäre.

Da sich die Duden-Redaktion bislang ebenso wenig für das BOBHECK wie für den EISENBOCK erwärmen konnte, mussten wir leider auch hier null Punkte notieren.

Der Duden hilft weiter oder eben auch nicht

In der Natur eventuell üblich, der Duden-Redaktion jedoch nicht bekannt ist das KAUZNEST. SETZKANU und LASCHENSET bedürfen wohl keines weiteren Kommentars. Die SUNKATZE erschien uns letztlich etwas zu forsch gedenglischt, bei AKZENTUS kamen wir tatsächlich ein bisschen ins Grübeln, ob dieses Wort nicht doch (als vermeintliche Grundform; bildungssprachlich, Sie verstehen?) im Rechtschreib-Duden stehen könnte. Pustekuchen! Der Akzent ist abgeleitet vom lateinischen Accentus. Bedeutet unterm Strich: null Punkte für all diese Vorschläge.

Was sich die Verfasser von ÖLMYKOSE und – ganz abenteuerlich – SKIÖRTELI gedacht haben, wissen die Götter. Im Duden jedenfalls ist weder die schmierige Pilzerkrankung noch die eidgenössisch angehauchte Verballhornung eines alpinen Städtchens verzeichnet. War vermutlich nur Spaß.

Die ALEUTEN ließen sich zwar anlegen, brachten aber – da ein geografischer Name – keine Punkte. Mit QUERTAUMELN kann man natürlich den Gang unter erhöhtem Alkoholeinfluss bezeichnen, doch dummerweise ist das Wort nicht Duden-notiert. Das TALENTUM zeugt zwar von humanistischer Bildung, entspricht jedoch ebenfalls nicht den Vorgaben durchs Reglement. Gleiches gilt für einen Begriff, den die Fußballbegeisterten unter Ihnen vermutlich sofort unterschreiben würden: Die WM-Übertragungen werden stets begleitet von unüberhörbaren TRÖTENLAUTEN. Nur schade, dass die Geräusche der Vuvuzelas noch nicht im Duden stehen.

Gerade Geschiedene werden ein Lied von den EHETARIFEN singen können; dummerweise steht die Grundform jedoch nicht im Rechtschreib-Duden und ist somit unzulässig. Ein FANHIRTE kümmert sich vermutlich rührig um sportbegeisterte Zuschauer, doch bedauerlicherweise fehlt auch ihm die Grundvoraussetzung, nämlich ein Eintrag im Duden.

Die WEINKÜR mag bei einschlägigen Trinkgelagen üblich sein, im Duden steht sie nicht. Die EISWEINTÜR ergänzte zwar elegant das bereits platzierte EINT, ist aber von eher umstrittener Einsetzbarkeit und auch nicht Duden-notiert.

“Bitte das W auf dem Scrabble Brett wenden!“

Besonders hübsch war der Vorschlag MANIKÜRE, der sinnvoller Weise mit dem Hinweis versehen war: „Bitte das W wenden“ – es lag halt kein M auf dem Spielfeld.

Interessant war der Vorschlag VERHÜTEND. Hier wurden zwar alle Buchstaben, die auf dem Bänkchen lagen, eingebaut – doch das Wort besteht aus insgesamt neun Buchstaben. Einer fehlt also. Schade. Weswegen wir die 122 Punkte für die (vor allem unter Besitzern älterer Autos bekannte) TÜVHÜRDE nicht durchgehen lassen konnten, bedarf hingegen wohl keiner weiteren Erläuterung.

Keine Punkte gab es für TANGIBEL (das Adjektiv hat die Duden-Redaktion offensichtlich nicht ausreichend berührt), ALGENIB (der Name eines Sterns) und BEINLAGE (für guten Schlaf sicherlich relevant, für Scrabble jedoch ungeeignet). Auch BIGENIAL erschien uns bei näherer Betrachtung eher gewagt denn gelungen, während wir ABLEHNIG von vornherein als nicht ganz koscher erachteten.

Manche Teilnehmer neigen dazu, die Erläuterung bizarrer Wortkreationen bei der Angabe ihres Vorschlags gleich mitzuliefern. Über Ableitungshinweise wie bei ENTENGAS („=Entenpupse“) lässt sich zwar schmunzeln, wirklich überzeugend ist die Sache jedoch nicht.

Der ZEIT Scrabble Sommer beginnt

Der ZEIT Scrabble Sommer 2016 beginnt am 23. Juni 2016 und endet diesmal am 25. August. Neun Runden lang werden ZEIT-Leser beim größten Scrabble-Simultanturnier um die Wette spielen. Preise wie eine Luxuskreuzfahrt und die Teilnahme am ZEIT-Scrabble-Turnier, diesmal in Rheinsberg, locken. Drei Wörter werden zum Spielstart von Sebastian Herzog gelegt. Dazu sieht der Leser ein festgelegtes Buchstabenbänkchen. Daraus muss er das bestmögliche Wort bilden und es bis Montagmittag abschicken. Sebastian ermittelt dann das Wort mit den meisten Punkten und integriert es ins Brett.

Das Scrabble Gewinnspiel von Sebastian

Mit unserem Scrabble Gewinnspiel zum Sommer könnt ihr tolle Gutscheine gewinnen!
Auf den 1. und 2. Platz wartet je ein Gutschein von buch7 in Höhe von je 20 Euro. Einsendeschluss ist Montag, der 18. Juli 2016, 23 Uhr. Viel Erfolg!

Scrabble Sommer Gewinnspiel

Welches Wort ergibt hier die höchste Punktzahl?

Dieses Gewinnspiel ist beendet!

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Bildquellen

  • Scrabble Sommer Sebastian Herzog: Sebastian Herzog, privat
  • scrabble raetsel scrabble sommer gewinnspiel: Sebastian Herzog
  • scrabble sommer ZEIT: Bildrechte bei der webgilde GmbH

6 Kommentare

    • Hallo, wir sind gespannt! Viel Erfolg!

      LG aus der Redaktion Anja

    • Hallo Frau Lescow,

      was meinen Sie mit Ihrem Kommentar?

      Grüße aus der Redaktion Anja

      • Leider konnte ich meine Lösung nicht loswerden… Was muß ich tun? LG Lescow

        • Hallo Frau Lescow,

          direkt unterhalb des Artikels und unter dem Scrabble-Feld befinden sich Eingabefelder: Name, Emailadresse, Lösungswort und Position des Lösungswortes einfach eingeben und auf „Viel Erfolg und los!“ klicken. Dann kommt ihr Ergebnis sicher bei uns an.

          Mit freundlichen Grüßen aus der Redaktion
          Anja

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