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Blanca Gröbli

Im Gespräch mit Blanca Gröbli

erstellt am von  in wort-suchen unterwegs
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Ich habe bei wort-suchen.de von der 4. Berliner Scrabbinale berichtet. Dort faszinierten mich besonders die ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten und Hintergründe der Spieler. Einige dieser Spieler und deren „Tipps und Tricks“ fürs Scrabbeln stelle ich euch hier vor. Diesmal geht es um die Schweizerin Blanca Gröbli.

Blanca Gröbli – die Schweizer Scrabble-Meisterin

wort-suchen.de: Du und Scrabble – wie kam das?

Blanca Gröbli: Ich habe das Spiel durch Franzosen kennengelernt die bei uns zu Besuch waren. Die haben gespielt, weil ihr Kind ein bisschen Orthografie lernen sollte. Da habe ich auch mitgespielt und gemerkt: Das ist DAS Spiel. Durch die ZEIT habe ich von den Scrabbleturnieren erfahren und den Veranstalter Sebastian Herzog gefragt, ob auch Ausländer mitmachen dürfen. Er sagte: „Natürlich!“ So bin ich 2002 zum ersten Mal zum ZEIT Turnier gereist, nach Freiburg im Breisgau. Seitdem bin ich jedes Jahr dabei. Beim 4. Mal habe ich das Turnier gewonnen.

Was ist so toll am Scrabblespiel?

Das Spiel ist für mich wie eine Wundertüte.

Wie übst du das Scrabblespielen?

Seit meinem ersten Turnier schreibe ich mir fleißig Kurzwörter und Spezialwörter auf – zum Beispiel aus dem Norddeutschen. Außerdem spiele ich online. Aber das kann man nicht mit dem echten Spiel vergleichen, wenn man rein aus dem Gedächtnis legt und auf die Zeit achten muss. Ich versuche meinen Wortschatz auf der Höhe zu halten und möglichst wenig zu vergessen.

Was sind deine Strategien?

Für mich ist es wichtig auf den Spielpartner zu reagieren. Ich versuche zu erahnen, was er draufhat, was er anzweifeln und welche Wörter er verlängern könnte. Ein bisschen tricksen ist auch dabei. Man kann zum Beispiel das Wort Scene legen. Das lässt sich mit einem S verlängern, nicht aber mit einem N. Das wissen viele nicht. Wenn mein Gegner dann versucht da ein N anzulegen, dann zweifel ich das Wort an und er muss einmal aussetzen, weil es ein Fehler war. Dann lege ich ein S an. Der andere denkt dann vielleicht, das ist falsch und zweifelt mich an. Das ist wieder ein Fehler für ihn und ich bekomme 10 Punkte. Aber solche Tricks sind Nebensache. Am liebsten lege ich einfach einen Bingo. Sieben auf einen Streich!

Hast du ein Traumwort?

Manchmal fällt mir auf, dass in einem langen Wort ein kurzes enthalten ist. Zum Beispiel Agio. Daraus würde ich gerne mal HAGIOLATRIE legen – eine Art der Heiligenverehrung. Das kennt natürlich kein Mensch! Das wäre der Hit, wenn jemand mal Agio legt und ich das verlängern könnte. Aber es ist eine Illusion. Oft könnte man so fantastische Wörter legen, aber man legt sie besser nicht, denn man muss auf das Brett eingehen.

Was sagst du zu wort-suchen.de?

Ich benutze die Seite beim Online-Ligaspiel. Das machen alle und wenn man es nicht benutzt, hat man keine Chance. Manchmal hat man eine Bank und hat das Gefühl, dass da ein Wort drin ist, das man einfach nicht findet. Dann tippt man die Buchstaben ein und es spuckt einem Wörter aus, die man nie gefunden hätte. Für das Training ist das genial.

Vielen Dank Blanca für das Interview!

Bildquellen

  • Blanca Gröbli: Bildrechte bei der 1337 UGC GmbH

3 Kommentare

  1. Kaum zu glauben, dass es legitim ist, wort-suchen.de bei online spielen zu nutzen.
    Ich mache das hin und wieder zwar auch, fühle mich dann aber immer so als hätte ich betrogen.

    • Hallo Christoph. Ich denke, die Absicht zählt. Viele Nutzer, inklusive mir, hätten ohne diese Möglichkeit kaum eine Chance neue Wörter (kennen)zulernen. Außerdem ist es doch schön zu wissen, wo die eigene Lösung im Vergleich zu allen anderen liegt. Wer sich nur informieren möchte, ob es bessere Lösungen gibt, sie aber noch nicht sehen möchte, der kann das Scrabble-Training nutzen. Und am Ende ist es natürlich fair, den Gegner über die genutzten Tools zu informieren.

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