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Kreuzwortkolumne #72 – Kopfbedeckung

erstellt am von  in Kreuzworträtsel-Kolumne

Auch im neuen Jahrzehnt hat die Kreuzwortkolumne in Sachen Mütze, Hut & Co. die Hosen auf. Es gibt zig Arten von Mützen, Hüten, Helmen, Kappen und Kapuzen. Die Kopfbedeckung symbolisiert gesellschaftlichen Status und religiöse Zugehörigkeit. Manche ist Bestandteil von Redensarten, Andere sind sogar Ikonen der Popkultur, wie etwa die Melone von Chaplins Tramp oder die Trilby-Hüte der Blues Brothers. Doch Eines haben sie alle gemeinsam: sie sind im Schulunterricht ebenso unerwünscht wie Kaugummis und Jogginghosen.

Unsere aktuelle Kollektion von Kopfbedeckungen findet ihr in unserer Kreuzworträtsel-Hilfe.

Kopfbedeckung

Der aufrechte Gang des Menschen führte dazu, dass er mit dem Kopf in dünnere Luftschichten vorstieß. Die Struktur der Schädelknochen veränderten sich und man begegnete sich nun immer häufiger auf Augenbeinhöhe, was bei einigen Zeitgenossen den Wunsch nach Abgrenzung aufkommen ließ.

Der Zacken hat solange einen in der Krone, bis er bricht.

Die Krone entwickelte sich aus den Lorbeerkränzen und Diademen der frühen römischen und germanischen Herrscher. In ihrer späteren Form aus Gold und Edelsteinen wurde sie zu DEM Machtsymbol schlechthin. Allerdings hat längst nicht jeder Monarch auch das Gesicht dafür.

„Eine Krone ist lediglich ein Hut, in den es hineinregnet!“ Soll Friedrich II. von Preußen gesagt haben. Sein Interesse galt ohnehin weniger dem Zeugen von Thronfolgern als der gewohnheitsmäßigen Lyrik und dem Flötenspiel. Berühmt ist der alte Fritz von Preußen aber für seinen Dreispitzhut, auch Nebelspalter genannt.

Den Hut aufhaben

Egal, ob Männer, Frauen oder Katzen, wer früher ohne Hut auf die Straße ging war entweder Kommunist oder sonst irgendwie verdächtig. Davon einmal abgesehen schützen Hüte nicht zuletzt durch ihre Krempe vor Sonnenbrand und Nackenfeuchte. Hüte werden häufig aus Wolle, Stroh oder Echthaar hergestellt. Filzseide verhindert eine elektrische Aufladung der Haare und ist daher gut für die Innenauskleidung geeignet. Zu den bekanntesten Hüten zählen die Melone, der Stetson-Cowboyhut, der Sombrero und nicht zuletzt der Zylinder.

Dieses Bild zeigt Sammy Sillinder, einen Urgroßonkel jenes berühmten sprechenden Zauberhutes, der lediglich anhand der Augenbrauen-Hinterkopf-Relation seines Trägers dessen politische Gesinnung zu erraten vermag.

Islamische Kopfbedeckung

Zu den Kopfbedeckungen der islamischen Welt gehören Gesichts- und Ganzkörperverschleierungen (Çarşaf), zum Beispiel Parda, Burka, Parandscha, Pardösü, Buschia, Yaşmak, Niqab sowie Gesichtsmasken (Battoulah, Schaila) und natürlich Kopftücher.

Frauen mit Kopftuch reagieren auf Stereotypen - Wahrheit oder Vorurteil

Die Verschleierung ist für Viele ein Symbol religiös motivierter Unterdrückung -- Etwas, das man in der christlich-abendländischen Kultur so gar nicht nicht kennt.

„Aber wie wär’s, wenn sich Männer einfach mal nicht einmischen in dem was und wie ’ne Frau was trägt?“ (Minute 5:31)

Glatzkopfbedeckung

Das Haarteil, auch Zweitfrisur, Toupet oder Perücke genannt, dient vorrangig dem Ersatz von teilweise oder vollständig verlorenem Haupthaar. Da auf einem durchschnittlichen Kopf zwischen achtzig- und hundertzwanzigtausend Haare wachsen, entfallen allein auf das Knüpfen von Echthaar-Perücken bis zu fünfzig Arbeitsstunden. Der Kilopreis für perückenfähiges Menschenhaar liegt derzeit bei etwa 600 US-Dollar. Spenderhaar kommt häufig aus Indien, da die Menschen dort die gleichen genetischen (Haar)-wurzeln haben wie in Europa. Außerdem sind sie billiger.

Barocke Feudalherrenmenschen machten im 17. Jahrhundert die lange, lockige Allongeperücke salonfähig. Diese wurde mehrmals täglich in Mehl gewälzt um den unfeinen Geruch gicht- und syphillisbedingter Nekrosen zu übertünchen. Richter und Anwälte trugen noch weit bis ins 20. Jahrhundert Perücken, um so die Ehrbarkeit und Würde ihres Amtes mit modischem Chic zu unterstreichen.

Schlumpfkopfbedeckung

Schon Orpheus und Adonis trugen die Phrygische Mütze, eine antike sackförmige Kopfbedeckung, die sich nach oben hin zu einem Zipfel verjüngt. Noch heute ist diese Art Zipfelmütze in Traditionsberufsgruppen wie etwa bei Gartenzwergen, Heinzel-, Mainzel-, und Weihnachtsmännchen, Schlümpfen und Amazonen sehr beliebt.

Schon die Heiligen drei Könige schworen auf dieses ursprünglich aus einem Bullenskrotum geschneiderte Accessoire. Die ebenfalls verarbeitete Schambehaarung des Stieres sorgte für die nötige Wärmeisolierung sowie für eine angenehme, samtartige Haptik, je nach Vorliebe ist diese Kopfbedeckung mit oder ohne Bommel erhältlich.

Wirrkopfbedeckung

Erethismus
Das sogenannte Hutmachersyndrom ist eine Berufserkrankung, die durch das Einatmen von quecksilberhaltigen Dämpfen entsteht. Dabei wird dauerhaft das Gehirn geschädigt. Das „kecke Silber“ galt damals noch als völlig ungefährlich und kam daher auch in der Wund- und Flächendesinfektion zum Einsatz. Im 18. Jahrhundert wurden die Felle und Filze zur Herstellung von Zylindern noch direkt in der Hutmacherei chemisch behandelt. Aufgrund fehlender Schutzkleidung kamen die Arbeiter dabei regelmäßig mit hochgiftigen Stoffen in Kontakt und erkrankten schleichend. Die Symptome reichten von Zittern, Schlaflosigkeit und Depressionen über pathologische Schüchternheit, Panikattacken und Wutausbrüche bis hin zur Demenz. Der Begriff „Mad as a Hatter“ fand sich 1865 in der Gestalt des verrückten Hutmachers bei Lewis Carrols Alice im Wunderland wieder.

Dieser bedauernswerte Tölpel hat gerade seine sechzehnstündige Schicht in der Hutmanufaktur beendet und dabei mit bloßen Händen hunderte von Hasenfellen gewaschen, damit diese für die Hüte der feinen Gesellschaft schön weich werden. Genauso weich ist mittlerweile auch sein Hirn vom Inhalieren der Industriedämpfe. Seine berufliche Laufbahn, wie auch die zahlreicher Modisten seiner Zeit, führte schlussendlich in die Chapeau-Clapsmühle.

Die Mitra
Die Mitra ist eine kronenförmige Bischofsmütze. Seit dem 11. Jahrhundert ist diese liturgische Kopfbedeckung ein Erkennungszeichen kirchlicher Würdenträger. Heute kommen meist nur eine „einfache“ und eine verzierte Mitra zum gottesdienstlichen Einsatz. Was Beide jedoch miteinander gemeinsam haben ist die Tatsache, dass ihre Pontifäkalien sämtlich zum Himmel stinken.

Im Gegensatz zu ihren wildlebenden Artgenossen hat die domestizierte Mitra nur zwei Tentakel, Vittae genannt. Diese stehen symbolisch für jeweils ein Buch der Bibel, das Alte und Neue Testament.

Eine Unterart der Mitra ist die Tiara, auch Papstkrone genannt. Die bekannteste und meistgetragene Tiara ist die von Papst Pius IX. (1792-1878), auf den sowohl das Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit zurückgeht als auch die Ansicht, dass eine freie Entscheidung allein auf Basis des Gewissens reiner Wahnsinn sei.

Der Stanniolhut
Traditionell in den Farben Silber und Gold erhältlich, wird der Aluhut bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert zur Gedankenverschlüsselung verwendet. Jeder Verschwörungstheoretiker, der etwas auf sich hält, geht ohne eingewickelten Kopf gar nicht erst vor die Tür.

Ab drei Lagen Alufolie aufwärts schützt diese Kappe aus Leichtmetall verlässlich vor Chemtrail-Niederschlag und vor Verätzungen beim Streichen des Kellerbunkers mit Asbestfarbe.

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Noch mehr Wissenswertes findet ihr in unserer Kreuzwortkolumne und noch mehr Podcasts gibt es in unserer Rubrik Dominiks letzte Worte. Schaut vorbei!

Über den Autor

Der Autor ist tot…und ich bin der lebende Beweis dafür. Mein Motto: „Der Dativ ist des Objektes Stativ.“



Bildquellen:

Titelbild: Dominik Wachsmann; Copyright: frost || films; Photograph: Peggi Petzold
Bearbeitung: Frederik Schrader für 1337 UGC GmbH

(Papiertüte: via Wikimedia Commons, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17107039)

Bild Friedrich II.: via Wikimedia Commons, Public Domain
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11193485

Bild Zylinder: via Wikimedia Commons, Gemeinfrei
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=743886

Bildmontage Allongeperücke: via Wikimedia Commons, Gemeinfrei
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19406838
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1640186

Bild Phrygische Mütze: via Wikimedia Commons, Gemeinfrei
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9608897

Bild Hutmacher: via Wikimedia Commons, Public Domain
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39749313

Bild Mitra: via Wikimedia Commons, Public Domain
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4096643

Bild Tiara: via Wikimedia Commons, Public Domain
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7844427

Bild Aluhut: via getstencil, Bildrechte bei der 1337 UC GmbH