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Nikolausbegleiter

Kreuzwortkolumne #36 – Nikolausbegleiter

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Nikolausbegleiter, ein Traditionsberuf mit Zukunft! Denn auch ein Heiliger kann, weiß Gott, nicht überall gleichzeitig sein.

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Nikolausbegleiter – die Schlechten ins Töpfchen.

Noch lange vor dem Struwwelpeter war der KRAMPUS (med.: Krampf) die Nemesis antiautoritärer Erziehung. In der Nacht auf den 6. Dezember korrigiert Herr K. die Geburtenraten nach unten, indem er die Frechdachse abbalgt. Mit Ausweidekörbchen auf dem fiesen Buckel und langer Stinkezunge ist er der Gene Simmons unter den Heiligenbütteln.

Nikolausbegleiter
Das Bild zeigt Krampus Klaubauf (54), Unheilpädagoge und Nikolausbegleiter in Teilzeit, bei seiner Arbeit. Schon früher betrafen derlei Säuberungsaktionen in den kleinbürgerlichen Haushalten ausschließlich männliche Nachkommen. War indes ein Mädchen zugegen, bekam dieses vom „lieben Onkel K.“ ein Körbchen mit Überbleibseln geschenkt. (Nicht selten hatte das künftige Einzelkind sein Brüderchen schon lange vor dessen Abholung „gefressen“.)

Sprachhistorisches zur Haushaltsabgabe

Die Begriffe Sorge tragen, bzw. etwas oder jemanden entsorgen, gehen sprachgeschichtlich darauf zurück, dass der Krampus die Sorgenkinder aus den Häusern wortwörtlich hinaustrug. Diese Familien galten fortan als entsorgte Bürger.

15 Shades of Knecht

Der Krampus ist in der Kinderschreckdatenbank unter vielen verschiedenen Namen registriert.

Nikolausbegleiterscheinungen

BARTL
BEELZEBUB – auch bekannt als der sprichwörtliche „Teufel, der ’s* holt!
BULLERKLAS
HANS MUFF
HANS TRAPP
HOUSECKER
PELZEBOCK
KLAUBAUF – auch „Erbsbär“, begnügt sich vornehmlich damit, die kleinen Luder zu vertrimmen.
KLAUS
KNECHT RUPPRECHT
PELZPRECHT
PELZMAERTEL
RASSELBOCK
SCHIMMELREITER
SCHMUTZLI – beim Schweizer Chlauseslä beschenkt der Chlaus die artigen Kinder mit Nüssen aus dem Sack des Schmutzlis, um dort Platz zu schaffen.

* ’s = das Kind

Der Nikolaus und die Vorratsdatenspeicherung

Woher weiß der Nikolaus eigentlich, welche Kinder sich über das Jahr wie aufgeführt haben? Wie beugt er Doppelschenk vor? Im digitalen Mittelalter (1989-2004) war das Gebahren der Menschenkinder auch für den Nikolaus nicht so ohne weiteres erfassbar, weshalb er auf ein engmaschiges Netz von Agenten (z. B. Beichtväter oder Erzieher) und auch auf Denunzianten (Eltern, Mitschüler oder Hauswarte) angewiesen war. Seine Spione und Kobolde vom „SEK TrollE“ waren damals einfach überall: In den Sonntagsschulen, den Kindergärten, in heilpädagogischen Zentren und Polizeidirektionen. Und so mühselig und langatmig sich die Rasterfahndung gestaltete, so magenbitter wurde der liebe gute Nikolaus:

Nikolausbegleiter
«Sie wollen ein Bild vom Nikolaus? Stellen Sie sich einen geputzten Stiefel vor, auf den ein kindliches Antlitz trifft. Unaufhörlich!» (aus: Schorsch Ohrfell, Weihnachten 1984 – Beobachtungen und Erinnerungen.)

Im Zeitalter von Facebook, Twitter, Tinder und BibelTV haben es der Nikolaus und seine Mannen natürlich erheblich leichter, sensible Daten zu ak­qui­rie­ren und auszuwerten. Kolossale Mengen an Bild- und Tonmaterial stehen Big Beard Brother N. täglich zur Disposition, um die Selektion zum Jahresende vorzunehmen. Sein Verteilungsschlüssel ist hierbei denkbar einfach: Kinder, die viele gutgemeinte engagierte Handlungen („Likes“) vorweisen können, werden reichlich belohnt, wohingegen hatendes Rabenaas mit mangelndem Orthografiebewusstsein einen Shitstorm um die Ohren bekommen, der sich gewaschen hat. Besonders schlimme Fälle erhalten zudem ein erweitertes Bodyshaming vom „Großen Ruter“. Wer sich bis zur Volljährigkeit (regional unterschiedlich) als brav erwiesen hat, dessen Daten werden nach zehn Jahren gelöscht. Die fortgesetzt Unartigen hingegen löscht der Krampus direkt aus der Familienchronik.

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Dominik Wachsmann

Der Autor ist tot...und ich bin der lebende Beweis dafür. 1986 wurde bei mir Dialektlosigkeit festgestellt. Danach Einschulung bis 2006. Seit 2013 Kreuzwort-Doktor mit Schwerpunkt Keyword-Orthopädie bei wort-suchen.de. Mein Motto: "Der Dativ ist des Objektes Stativ."

 
 
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