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Kreuzwortkolumne #51 – Eurovision Song Contest

erstellt am von  in Kreuzworträtsel-Kolumne

2018 geht der Eurovision Song Contest (ESC) in Lissabon in die 63. Runde! Höchste Zeit also, sich diesen besonderen Musikwettstreit einmal etwas genauer anzuschauen. Und auch, wenn wir nicht selbst mitmachen kennt unsere Kreuzworträtsel-Hilfe doch das ein oder andere Lied!

Wer darf zum Eurovision Song Contest?

Beim Grand Prix Eurovision de la Chanson, wie der Wettberwerb bis 2001 noch genannt wurde bevor man merkte, dass dessen Aussprache zuviel Sendezeit beansprucht, dürfen seit 1956 diejenigen Länder teilnehmen, die Vollmitglieder der Europäischen Rundfunkunion (EBU) sind.

EBU-Vollmitgliedsländer

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Ägypten

Albanien

Algerien

Andorra

Armenien

Aserbaidschan

Belgien

Bosnien und Herzegowina

Bulgarien

Dänemark

Deutschland

Estland

Finnland

Frankreich

Georgien

Griechenland

Irland

Island

Israel

Italien

Jordanien

Kroatien

Lettland

Libanon

Litauen

Luxemburg

Malta

Marokko

Mazedonien

Moldau

Monaco

Montenegro

Niederlande

Norwegen

Österreich

Polen

Portugal

Rumänien

Russland

San Marino

Schweden

Schweiz

Serbien

Slowakei

Slowenien

Spanien

Tschechien

Tunesien

Türkei

Ukraine

Ungarn

Vatikanstadt

Vereinigtes Königreich

Weißrussland

Zypern

Der Tradition gemäß wird der ESC im Land des Vorjahressiegers ausgetragen. 2018 ist dies Portugal, welches im Jahr zuvor mit Amar Pelos Dois den ersten Platz belegte. Den Eurovision Song Contest auszurichten bringt zwar reichlich Prestige, ist aber dennoch eine ziemlich tEure Geschichte. Man sollte es sich also vorher gründlich überlegen, ob es unbedingt der 1. Platz sein muss…

Länder, die den ESC bisher noch nicht ausrichten mussten

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Ägypten

Albanien

Algerien

Andorra

Armenien

Aserbaidschan

Bosnien und Herzegowina

Bulgarien

Georgien

Island

Jordanien

Kroatien

Libanon

Litauen

Malta

Marokko

Mazedonien

Moldau

Montenegro

Polen

Rumänien

San Marino

Slowakei

Slowenien

Tschechien

Tunesien

Ungarn

Vatikanstadt

Weißrussland

Zypern

Vatikanstadt hat es offenbar bis heute – Gott weiß, warum – noch nicht einmal versucht. Dabei hatten ein oder zwei Päpste doch recht schöne Gesangsstimmen.

Welche Regeln gelten beim ESC?

Coverversionen sind verboten! Im Gegensatz zum Poetry Slam ist es aber erlaubt, das Lied von einem Ghostwriter schreiben zu lassen.

Die Lieder dürfen eine maximale Länge von drei Minuten sowie ein zulässiges Höchstgewicht von sechs Personen nicht überschreiten.

Überdies wurde 1998 das Begleit-Orchester gestrichen, die Teilnehmer singen seither zu einem Backing Track.

Es dürfen nach wie vor keine Tiere auf die Bühne gebracht werden, was vermutlich der Grund dafür ist, dass die Jacob Sisters bisher nicht angetreten sind.

Eurovision Song Contest
Bild 1: Seit 1999 ist es nicht mehr verpflichtend für die Teilnehmer, in ihrer jeweiligen Landessprache zu singen, was vermutlich der Grund dafür sein dürfte, dass Heino bisher für Deutschland nicht angetreten ist.

Deutschland und der Eurovision Song Contest

Lena Meyer-Landrut (die Sängerin, nicht das Flugzeug) war mit dem Titel Satellite im Jahr 2010 die erste deutsche Siegerin beim ESC seit Nicole 1982 um Ein bißchen Frieden ersuchte. (Die Forderung nach dem „totalen Frieden“ wurde seiner Zeit als zu provokant eingeschätzt.) Dieser ebenfalls erstplatzierte Song stammt aus der Feder von Ralph Siegel. Der Sohn eines ehemaligen GEMA-Aufsichtsrates nimmt seit 1974 fast jährlich am Eurovision-Song-Contest teil, unter anderem mit dem Lied Dschinghis Khan (1979). Dabei ging er nicht nur für Deutschland an den Start, sondern auch für Luxemburg, Malta, die Schweiz und San Marino.

2018 wird Deutschland von Michael Schulte mit dem Lied You let me walk alone (deutsch: Du, ich kann allein gehen!) vertreten.

„Wer ließ diese Irren ins Fernsehen?“ (Bild am Sonntag)

Im Jahr 2000 nahmen Stefan Raab mit Wadde hadde dudde da? und die Berliner Band Knorkator mit Ick wer zun Schwein am Vorentscheid teil. Beides waren für den ESC höchst unkonventionelle Titel und ernteten, wie bereits Guildo Horn für Guildo hat euch lieb! zwei Jahre zuvor einen Shitstorm, welcher aufgrund noch nicht existierender Social Media Kanäle größtenteils von den Printmedien orchestriert werden musste. So kam es auch zu der Behauptung, Knorkator hätten während ihrer Darbietung eine Orgel mit einem Vorschlaghammer zerstört. Dies wurde von der Band jedoch umgehend richtiggestellt mit den Worten „Das ist eine Lüge. Es war eine AXT!“.

Alles unpolitisch, oder was?

Eurovision Song Contest
Bild 2: Zlatko Trpkovski, 2001 unmittelbar nach seinem Auftritt beim deutschen Vorentscheid. Interessant ist hierbei, dass es eigentlich gegen die Regeln des ESC verstößt, wenn Lied und / oder Darbietung irgendeine politische Botschaft enthalten.

 

 

 

1974

Der Beitrag Italiens wurde als der Versuch missdeutet, ein Referendum über das Scheidungsrecht zu beeinflussen, was zur Folge hatte, dass der Contest in jenem Jahr nicht von der öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehanstalt RAI ausgestrahlt wurde. Die spinnen, die Römer.

1976

Griechenland schaffte es den offen politisierten Beitrag Panagia mou, Panagia mou der Sängerin Mariza Koch unterzujubeln, bei dem es um die damalige Besetzung Zyperns durch die Türkei ging. Die Künstlerin erreichte trotz Gefahr für Leib und Leben nur den 13. Platz.

2009

Georgien wird aufgefordert, den Inhalt seines Titels We don’t wanna put in zu ändern, da er als Provokation gegen den russischen Präsidenten politisch gefärbt und somit regelwidrig sei. Eine Abänderung des Textes wurde verweigert und Georgien schied aus dem Wettbewerb aus. In einer inoffiziellen Stellungnahme hieß es „das Leerzeichen bleibt da, wo es ist!

Diese Länder gewannen am häufigsten

Den allerersten Eurovision Song Contest 1956 gewann Lys Assia für die Schweiz mit dem Lied Refrain (also, schon mit dem gesamten Lied, nicht bloß mit dem Kehrreim.). Ebenfalls für die Schweiz gewann 1988 Celine Dion. Angeblich spricht sie aber nicht so gern darüber…

Ne partez pas sans moi – eurovision 1988 – Celine Dion

Irland

Ganze sieben Siege beim ESC und damit Spitzenreiter ist die grüne Insel. Jeweils 1980 und 1987 triumphierte der 1954 geborene Johnny Logan. Er ist damit der einzige Künstler, der mehr als einmal den ersten Platz belegte. In einem späteren Interview bezeichnete er das Singen vor 300-400 Millionen Fernsehzuschauern als „das beste Mittel gegen Verstopfung!„.

Schweden

Schon sechs Mal hat Schweden beim ESC abgeräumt, zum Beispiel 1974 mit Waterloo (dem Lied, nicht der Schlacht bei Brüssel) von ABBA (die Band, nicht das Reimschema.).

Frankreich, Vereinigtes Königreich und Luxemburg

gewannen jeweils fünf mal.

Die Niederlande siegten ganze vier Mal.

Rudi Carrell (1934-2006) wurde 1960 beim Vorentscheid Zweitletzter. Er trat mit dem Lied Wat een geluk an. In späteren Jahren wurde Carrell in der Sendung TV total gefragt, was der Text bedeutete, woraufhin er antwortete „Welch ein Glück, dass Stefan Raab noch nicht geboren ist!„.

Dänemark, Israel und Norwegen

siegten jeweils dreimal. Norwegen hält außerdem den Negativrekord des am häufigsten (elfmal) letztplatzierten Landes.

1969

gab es in Madrid vier Gewinner. Den Ersten Platz vierteilten sich Spanien, Frankreich, Niederlande und das Vereinigte Königreich mit dem Titel „vivo Troubaduour, enfant Bang-a-Bang!

My Lovely Horse – Ein Lied umgeht die Welt

Die 5. Episode der 2. Staffel der britischen Sitcom „Father Ted“ beschäftigt sich mit My lovely Horse, dem fiktiven Beitrag der beiden Priester Ted Crilly und Dougal MacGuire, in welchem einem nicht näher genannten Pferd gehuldigt wird. Das Lied ist von der Abwesenheit jeglichen musikalischen Talentes seiner beiden Verfasser gekennzeichnet und zeugt von ihrem kläglichen Versuch, den für sich schon äußerst schwachen Text mit Fahrstuhlmusik aufzupeppen. Dies geht gehörig nach hinten los und mündet in einer wohlverdienten Niederlage. Und das, obwohl man sich rechtzeitig entschied, das Saxophon-Solo zu streichen.

Intervision Song Contest

Der Intervision Liederwettbewerb war die Antwort der Sowjet-Staaten auf den ESC. Da längst nicht alle Bürger dort über eigenes Festnetz verfügten, um am Televoting teilzunehmen, erfolgte die Abstimmung dergestalt, dass man während eines Beitrags der einem gefiel, einfach das Licht anschalten sollte. Die staatlichen Elektrizitätswerke konnten so über den Stromverbrauch die Sieger ermitteln. Es waren wirklich sehr dunkle Zeiten.

The ESCape Artists

Eurovision Song Contest Escape
Bild 3: Immer wieder haben einzelne Länder ihre Teilnahme am Grand Prix zurückgezogen, manchmal sogar dauerhaft.

Die Gründe für den jeweiligen Rückzug vom ESC waren vielfältig:

Aus Protest gegen den Militärfaschismus in Spanien blieb Österreich 1969 hinterm Berg.

Tunesien (1977) und der Libanon (2005) wollten sich aus unterschiedlichen Gründen nicht die Bühne mit Israel teilen. Tunesien wäre seinerzeit das erste afrikanische Land gewesen, das am Grand Prix teilgenommen hätte.

Die Slowakei kann seit 2013 die Teilnahmegebühren nicht mehr aufbringen.

Ebenfalls aus finanziellen Gründen wird Bosnien und Herzegowina 2018 nicht am ESC teilnehmen.

Luxemburg hat 1993, zehn Jahre nach seinem letzten Sieg, schlicht und einfach das Interesse verloren, ebenso Monaco (1980-2004, 2007-?).

Armenien zog 2012 in Baku, Aserbeischan, seine Teilnahme aufgrund von Äußerungen des aserbeidschanischen Präsidenten zurück, weil dieser die Armenier öffentlich zu Staatsfeinden erklärt hatte.

Anke Engelke zu Aserbaidschan (ESC 2012)

Evergreens – Was vom Contest übrigblieb

Das Lied Volare (deutsch: fliegen, eigentlich: Nel blu dipinto di blu/In Blau gemaltes Blau) ist ein Produkt des Eurovision Song Contests, beziehungsweise des Sanremo-Festivals. Der Song wurde später unter anderem von Gianna Nannini, Dean Martin, Peter Alexander, Paul McCartney, Engelbert Humperdinck, David Bowie und Frank Zappa aufgenommen.

Ein weiteres, noch heute bekanntes ESC-Lied ist der Titel Save your Kisses for me (deutsch: Erspare mir dein Geküsse!) der Brotherhood of Man von 1976

Durch ihren Pausenauftritt beim Grand Prix 1994 in Irland wurde die Tanzshow Riverdance weltbekannt.

Die beiden deutschen Beiträge So geht das jede Nacht (Freddy Quinns, 1956) und Wunder gibt es immer wieder (Katja Ebstein, 1970) wurden ins Japanische übersetzt.

Am 24. März 2018 verstarb die „Grande Dame“ des Eurovision Song Contest, Lys Assia, im Alter von 94 Jahren.


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Bildquellen:
Titelbild: Bildrechte bei der 1337 UGC GmbH
Bild 1,2,3: via getstencil, Bildrechte bei der 1337 UGC GmbH.

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