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Aphorismen als Königsklasse der Sinnsprüche

Was sind Aphorismen?

erstellt am von  in Wortwissen

Die Hochzeit des besten Freundes, die Geburt eines Kindes, der lang ersehnte Ruhestand des Vaters – zu freudigen und auch traurigen Ereignisse senden wir trotz Internets und Co gerne noch Karten mit passenden Sprüchen und Zitaten.

Aphorismus Freundschaft

Wer es richtig gut machen möchte, sucht aber nicht nur eine Karte mit irgendeinem Zitat sondern einen passenden ganz eigenen Aphorismus zum Lebensereignis, gelten Aphorismen doch als Königsklasse unter den Sinnsprüchen.


Wie wäre es denn mal mit einer Postkarte und einem Aphorismus zum Thema Freundschaft, der auf Garantie für ein Schmunzeln bei der besten Freundin oder dem besten Freund sorgt?

Hier eine kleine Auswahl von Aphorismen zur Freundschaft:

„Freundschaft ist die Ehe der Seelen“ – Voltaire

„Freundschaft ist Liebe ohne deren Flügel“ – Lord Byron

„Ein wahrer Freund trägt mehr zu unserem Glück bei als tausend Feinde zu unserem Unglück“ – Marie von Ebner-Eschenbach

„Keine Straße ist lang mit einem Freund an der Seite“- Mutsuhito

„Freundschaft ist immer Gemeinsamkeit“ – Euripides

Aphorismen waren zunächst medizinische Lehrsätze

Denn Aphorismen sind nicht nur Sinnsprüche, sondern vielmehr einzelne Gedanken, die kurz in einem Satz besondere Einsichten kunstreich darstellen. Seit dem frühen 20. Jahrhundert hat sich der Aphorismus dann auch als eigenständige Prosagattung weiterentwickelt. Die Autoren, auch Aphoristiker genannt, sind meist bekannt.

Der Begriff Aphorismus wurde jedoch zuerst in den Schriften des Hippokrates, den Corpus Hippocraticum, verwendet. Diese 61 Schriften entstanden vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 1. Jahrhundert n. Chr. Die Autoren dieser Schriften verstanden unter Aphorismen kurze medizinische Ratschläge beziehungsweise Lehrsätze – im griechischen als „Aphorismos“ bezeichnet -, die Hinweise darauf gaben, wie man leben sollte, um gesund zu bleiben.

Ein Naturwissenschaftler führte Aphorismen in Deutschland ein

Erst viel später im 17. und 18. Jahrhundert kam es zu einer Umformulierung des Begriffes Aphorismus im französischsprachigen Raum. Hier wurden erstmals von den sogenannten Moralisten prägnant knappe, geistreiche oder spitzfindige Formulierungen eines Gedankens, eines Urteils, einer Lebensweisheit als Aphorismen bezeichnet.

In Deutschland machte Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799), eigentlich ein Naturwissenschaftler, mit seinen Schreibheften ab 1764 die Aphorismen als spontane zugespitzt formulierte Einfälle bekannt. Auch Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Nietsche sowie Oscar Wild bedienten sich der Prosagattung der Aphorismen, um ihre Gedanken pointiert darzustellen. Laotse und Konfuzius gelten weithin auch als Aphoristiker.

Lichtenberg führte Aphorimsen ein
Georg Christoph Lichtenberg mochte Aphorismen

 

Stilmittel in Aphorismen – vom Paradoxon bis zum Wortspiel

In Aphorismen werden als Stilmittel häufig Paradoxien, Alogismen, Doppeldeutigkeiten, Ironie und Wortspiele verwendet.

Ein Paradoxon ist eine Aussage mit einem scheinbar unlösbaren Widerspruch. „Bevor ich mich aufrege, ist es mir gleich egal.“ ist zum Beispiel ein Aphorismus mit einer Paradoxie.

Aphorismen mit einem Paradox

 

Als Alogismus wird ein Satz bezeichnet, der einen unlogischen Zusammenhang ausdrückt. Die Frage „Sind nackte Frauen intelligent?“ ist so ein Stilmittel.

Eine Doppeldeutigkeit wie in dem Satz „Analphabeten müssen diktieren.“ wird häufig in Aphorismen eingesetzt.

„Bakterien? Kleinigkeit!“ zeigt zudem eine Doppeldeutigkeit und gleichzeitig Ironie, typisch für Aphorismen, denn Bakterien sind zwar klein, aber dennoch als Krankheitserreger keine Kleinigkeit.

Auch Wortspiele, also die Veränderung der Wörter durch Verdrehung, Umdrehung des Sinnes oder Mehrdeutigkeit, finden Anwendung in Aphorismen.

Aphorismen für alle Lebenslagen

Du willst mehr über Aphorismen erfahren?

In loser Reihenfolge werden wir dir Aphorismen für alle Lebenslagen von Liebe, Hochzeit über Kinder, Ruhestand und auch Trauer vorstellen, so dass du auch gute Sinnsprüche für die bestimmten Ereignisse findest.

Zudem schauen wir uns die Aphorismen bestimmter Aphoristiker wie eben Georg Christoph Lichtenberg an und werfen einen Blick in andere Sprachen wie Englisch oder Latein.

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