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Berufe im Stadt-Land-Fluss

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Wer kennt das nicht: man spielt mit der Familie Stadt-Land-Fluss und es fällt einem nichts mehr ein. Man hat im Leben alles gesehen und einander alles gesagt. Um die Sache spannend zu halten, kann Stadt-Land-Fluss um beliebig viele Kategorien erweitert werden, wie zum Beispiel Essen, Filme, Schauspieler, Cocktails und Berufe. In diesem Artikel geht es vor allem um historische und ungewöhnliche Erwerbstätigkeiten.

In unserer Stadt-Land-Fluss-Hilfe findet ihr jede Menge Städte, Länder, Flüsse, Berufe, Namen, Pflanzen und Tiere.

Berufe im Stadt-Land-Fluss

Drechsler

auch Holzspielzeugmacher oder Elfenbeinschnitzer, stellt unter anderem Treppengeländer und Schemel an der Drehbank her. Berühmte Drechsler sind die Leichtathletin Heike D. und der Astronom Adolf D.

Hüttler

Hüttler waren Bauern von sehr niedrigem Stand im 17. bis 19. Jahrhundert. Eine Nachnamensvariante von Hüttler ist… ja, genau.

Harzer

Für die Herstellung von Pech und Teer zur Abwehr lästiger Hausierer vor den Stadtmauern, sowie von Terpentin zur Verdünnung des Weihwassers, wurde Baumharz benötigt.

Harzer oder Pechler vergingen sich im Wald an den Kiefern, die dadurch für die Weiterverarbeitung unbrauchbar wurden. Förster waren deshalb auf Harzer meistens nicht gut zu sprechen.

Undankbare Berufe im Stadt-Land-Fluss

Gasriecher

Bis in die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurden in den Städten Fachkräfte mit gut ausgebildetem Olfaktorius (Riechnerv) eingesetzt, um unterirdische Gaslecks zu erschnuppern. Die Tätigkeit stieg einem jedoch schnell zu Kopf und wurde schließlich an Hunde ausgelagert, bevor sie gänzlich automatisiert wurde.

Liquidator

Abwickler oder Beseitiger radioaktiven Materials bei der Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986. Man geht davon aus, dass bis heute mehrere zehntausend Liquidatoren an den Folgen der Strahlung gestorben sind.

Vorkoster

Zu viel Salzsäure in der Suppe? Glyphosat im Wein? Fingernägel in der Pastete, teilweise noch mit Fingern dran? Da kann einem der Appetit schonmal nachhaltig vergehen. Kaiser, Könige und Päpste waren immer schon gefährdet, ihre nächste Mahlzeit nicht zu überleben. Und dass, obwohl so viele Herrscher doch eigentlich ganz dufte Typen waren. Doch zum Glück gab es niedere Hausangestellte und Sklaven, die stellvertretend den Löffel abgaben.

Fluffer

Fluffer sind in der Pornobranche sowas ähnliches wie ausführende Co-Produzenten. Sie halten den männlichen Darstellern an langen, ermüdenden Drehtagen die Stange und bauen sie emotional wieder auf, wenn das Mittagstief überhand nimmt.

Ritzenschieber

Auch Gleisböhm genannte Reinigungskraft für Straßenbahnschienen.

Golfballtaucher

Kein Scherz: Die Anzahl der jährlich verschluderten Golfbälle in Amerika ist fast so hoch wie die der Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten. Ureinwohner nicht mitgerechnet. Spezialisierte Taucher suchen daher saisonal die stehenden Gewässer auf Golfplätzen nach den kleinen Hartgummi-Flummies ab und verkaufen sie dann auf Ebay. Analog dazu wurden bereits die ersten deutschen Rentner dabei gesichtet, in der Ostsee nach Pfandflaschen zu tauchen.

Tatortreiniger

Sie müssen das wegmachen, was Andere von Anderen übriglassen.

Die Branche der Tatortreiniger teilt sich in zwei Gruppen. Einmal die, die als Spezialisten bei normalen Reinigungsfirmen angestellt sind, und die sogenannten „Cleaner“, die vom hiesigen Mafiaboss angerufen werden, wenn nachts um zwei mal dringend der „Teppich raus muss“.

Quereinsteiger

Der Quereinsteiger ist, genau wie der Tatortreiniger, kein eigener Ausbildungsberuf, sondern vielmehr ein universeller Lückenbüßer in Mangelberufen.

Unehrliche Berufe im Stadt-Land-Fluss

Sogenannte unehrliche oder ehrlose Berufe waren Tätigkeiten, deren Ausübende im Mittelalter gesellschaftlich nur gering geschätzt wurden. „Unehrlich“ bedeutete, keinem Stand anzugehören und darum auch keiner Zunft beitreten zu können und nur innerhalb des eigenen Kreises heiraten zu dürfen. Auch war es lange Zeit fast unmöglich, in einen anderen Beruf zu wecheln. Zu den Ständelosen gehörten auch Spielleute, Schäfer, Kesselflicker oder Hausierer, also im Allgemeinen Menschen, die nicht sesshaft waren. Als sogenannte „unreine Dienstleister“ galten unter Anderem Köhler, Gassenkehrer, Abdecker (auch „Schinder“ genannt), Totengräber, Folterknechte oder Scharfrichter.

Fun Fact: viele Nachfahren von Henkern und Marterassistenten wurden ab den 17. Jahrhundert Chiropraktiker und Akupunkteure.

Barbiere

Einst pflegten die Barbiere mehr als nur die Gesichter ihrer Kunden. Frisörsalons waren im Mittelalter richtige kleine Polikliniken.

Neben der Rasur führten Barbiere auch Aderlässe durch, heilten Knochenbrüche, nähten Ohren wieder an, zogen Zähne und verabreichten Darmspülungen. Heutzutage werden nur noch Frauen geschröpft.

Maulwurffänger

Ein Amt, welches gegen Ende des 19. Jahrhunderts abgeschafft wurde, da viele Maulwurffänger die Erfüllung ihrer Pflicht schuldig blieben und die Maulwürfe fortan das Land regierten.

Kammerjäger

Auch Entweser, Exterminator oder Desinfektor genannt, bekämpfen Schädlinge in Restaurants und Privatwohnungen. Ihre bloße Anwesenheit erweckt den Eindruck von mangelnder Hygiene, weshalb sie meistens den gleichen Eingang benutzen müssen wie das Ungeziefer.

Lumpensammler / Haderlumpen

Vor den Kleidertauschparties beim örtlichen Humana gab es die Lumpensammler.

Büttel

Auch Scherge, Häscher oder Henkersknecht, quasi ein niederer Kopfgeldjäger und Mann fürs Grobe. Zur Oberliga der Büttel gehören Jaws (Beißer) aus den James Bond-Filmen oder Gregor „der Berg“ Clegane aus Game of Thrones.

Historische Berufsschläger

Draufschläger
Alte Bezeichnung für den Gehilfen in einer Schmiede.

Hundeschläger
Auf das Töten wilder Hunde spezialisierter Tierfänger im Mittelalter.

Reepschläger
Bis Anfang des 19. Jahrhunderts unentbehrliche Facharbeiter in der Seilherstellung .

Wollschläger
Bevor die Wolle gesponnen werden konnte, musste sie früher noch manuell gereinigt und gelockert werden.

Zeichenschläger
Forstarbeiter, der für die Wegmarkierungen im Wald zuständig war, bevor Brotkrumen erfunden wurden.

Reine Frauenberufe

Liederweib

Auch Zeitungssängerin. Vorläufer des singenden Telegramms. Besonders im Wien des 18. Jahrhunderts wurden Sondermeldungen zum Teil in Form von Gedichten und kleinen Liedern an die Bevölkerung übermittelt. Da es sich bei diesen Verlautbarungen teilweise auch um satirische Schriften handelte, schlug die Zensur ab den 1790er Jahren immer stärker zu.

Krenweiberl

Anfang des 20. Jahrhunderts Meerretich- und Gewürzfachverkäuferin im Süden Deutschlands. Das letzte Krenweible ging 2010 in den Ruhestand.

Klageweib

Bis in die Antike zurück geht der Berufsstand dieser professionellen Bestatterinnen, die einst in Rom, Griechenland und Ägypten auf Beerdigungen eine Trauerperformance hinlegten.

Unreine Frauen- und Männerberufe

Abtrittanbieter
Abtrittanbieter waren die sprichwörtlichen Vor-Läufer der Toilettenpächter. Sie trugen zwei Eimer für das große und kleine Geschäft (den Abtritt) mit sich herum. Für die Privatsphäre der Kundschaft sorgte ein weiter, langer Mantel. Die Urinspenden verkauften Monsieur bzw. Madame Toilette dann an die örtlichen Gerbereien.

Nonnenmacher
Nonnenmacher waren Spezialisten, denen die Kastration von Schweinen und anderen Nutztieren oblag. Das mittelhochdeutsche Wort „Nonne“ bezeichnet das beschnittene Schweinderl. Sau- und Viehschneider mussten eine fünfjährige Ausbildung absolvieren, bevor sie den Tieren zu Leibe rücken durften.

Oft bildeten sich auch betriebsinterne Herrengesangsgruppen, wie zum Beispiel „Die Sechs Kastratenöre“.

Andere alte Berufe im Stadt-Land-Fluss

Planetenverkäufer – Watt kost die Welt?

Planeten nannte man im Wien um die Jahrhundertwende kleine Lotterielose oder Tageshoroskope. Sie wurden von Händlern auf der Straße verkauft.

Altbüsser

Flickschuster des 15. Jahrhunderts.

Hirsch

Für Kost und Logis arbeitender Schneidergeselle.

Kotzenmacher

Die Kotze ist eine Art Poncho aus grober Wolle.

Hier findet ihr weitere Jobs im Stadt-Land-Fluss

Bildnachweise

Titelbild: via Wikimedia Commons, Public Domain

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3356636

Bild Harzer: via Wikimedia Commons, Gemeinfrei

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1345198

Bild Tatortreiniger: Dominik Wachsmann;

Copyright: frost || films; Photograph: Peggi Petzold

Bild Scharfrichter: via Wikimedia Commons, Gemeinfrei

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=487359

Bild Barbier: via Wikimedia Commons, Public Domain

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2119322

Bild Kastrateure: via Wikimedia Commons, Gemeinfrei

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5270067