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Kreuzwortkolumne #65 – Tintenfisch

erstellt am von  in Kreuzworträtsel-Kolumne

Der durchschnittliche Tintenfisch kann fast so weit zählen wie ein Hund. Er kriegt so ziemlich jedes Seegurkenglas ohne Werkzeug auf. Ein Krake kommt durch jede noch so enge Öffnung durch, vorausgesetzt sie ist nicht kleiner als der festeste Teil seines Körpers. Sein Auge. Und er ist uns Menschen in einer ganz besonderen, sanitären Hinsicht weit überlegen.

Eine leckere Auswahl an Tintenfischen findet ihr in unserer Kreuzworträtsel-Hilfe!

Tintenfisch

Tintenfische sind höchst paradoxe Wesen. Sie sind scheu und dennoch neugierig. Sie sind wirbellos, gehören also gar nicht zu den Fischen sondern zu den Kopffüßern! Und das, obwohl sie gar keine Beine im eigentlichen Sinne haben! Aber wer als echter Cephalopode zwischen acht und achtundachtzig Arme hat, der braucht ja auch gar keine Beine.

Tintenfisch Kalligraph

Obwohl sie ihr Leben lang Tinte produzieren, sind die meisten Tintenfische der Kalligraphie unkundig. An der Intelligenz scheitert es jedoch nicht, denn Tintenfische haben quasi in jedem ihrer Tentakel ein kleines Gehirn.

Tintenfisch – Ziemlich Arm Dran

Tintenfische besitzen ein hocheffizientes und komplexes Nervengeflecht, welches die Funktion eines Gehirnes übernimmt. Das heißt Futtersuche, Nahrungsaufnahme und Steuererklärung geschehen quasi vom eigentlichen Gehirn unabhängig. Bei manchen Arten operieren die Fangarme auch dann noch komplett autark, wenn sie abgetrennt werden. Viele Kopffüßer tragen ihre Eingeweide in einem Sack, den sie im Notfall über Bord werfen können. Es befinden sich außerdem zwei vorgeschaltete Herzen an ihren Kiemen, eine Eigenschaft die Tintenfische mit dem alten Rockefeller teilen, genauso wie den papageienartigen Schnabel und die Raspelzunge. Und das ist noch längst nicht das Spannendste.

Jeder Abtritt ein Schritt

Der Tintenfisch bewegt sich per Rückstoß vorwärts, indem er Atemwasser durch den Sipho nach außen pumpt, seine Mantelhöhle aufbläht und wieder leerdrückt. Im Prinzip die gleiche Bewegung, mit der er auch seinen Stuhlgang verrichtet. Er ist somit in der Lage, zwei essentielle körperliche Tätigkeiten so effizient zusammenzulegen, dass er dadurch im Leben vorankommt. Für uns Menschen, die wir nur während der Nahrungsaufnahme in der Lage sind zu gehen, bei der Exkretion jedoch meistens sitzen müssen, ist das ein klarer evolutionärer Nachteil – was uns allerdings nicht daran hindert, die Weltmeere dennoch zu unserem Klo zu machen.

Tinten & Tarnen

Im Gegensatz zum Plattfisch, der sich unter einer dünnen Schicht Sand verstecken kann, tarnt sich der Tintenfisch indem er durch Muskelbewegungen die Farbe seiner Hautzellen der Umgebung anpasst. Diese Hautzellen (Chromatophoren) verändern durch Ausbreiten oder Zusammenziehen ihre Farbe. Im Falle eines Angriffs findet zudem das namensgebende Wehrsekret, die „Tinte“ Anwendung um den Feind zu verwirren. Obwohl er eigentlich ein Krustentier ist, besitzt auch der Decapodianer „Dr.“ John Zoidberg aus Futurama einen Tintenbeutel und spritzt seine Mitmenschen auch mal aus Verlegenheit voll, wenn sie ihm zum Beispiel wegen irgendwas auf die Schliche kommen.

Zehnarmiger Tintenfisch

Sie haben vier Paar Arme und noch zwei Tentakel extra. Zu ihnen gehören die Sepien, die Posthörnchen, die Zwergtintenfische und die Kalmare. Letztere haben die Fantasie der Seeleute mehr beflügelt, als es alle Buddeln voll Rum je könnten.

Legendärer Gigant – Der Riesenkalmar

Riesenkalmare werden bis zu 18 Meter lang und 50 Kilo schwer. Sie leben in 300 bis 1000 Metern Tiefe. Dort fangen fußballgroße Augen das spärliche Licht ein. 2012 gelang es dem japanischen Meeresbiologen Tsunemi Kubodera erstmalig, einen solchen Giganten lebend zu filmen. Bis dahin ließ sich ihre wahre Größe nur anhand der unverdaulichen Schnäbel schätzen, die in Walmägen gefunden wurden, beziehungsweise an ringförmigen Saugnapfnarben auf der Haut von Buckelwalen. Diese Narben wachsen im Laufe der Zeit, wie eine Tätowierung, mit ihrem Träger und können sich daher von ursprünglich fünf auf bis zu 20 Zentimeter Durchmesser ausdehnen. So konnte es geschehen, dass sich Legenden von bis zu 60 Meter großen Seeungeheuern bildeten.

Riesentintenfisch

Die noch bis ins 19. Jahrhundert gängige Schadensmeldung „Und dann kam ein Ungeheuer aus der Tiefe empor und verschlang unser Schiff mit Mann und Maus!“ wird heutzutage von keiner seriösen Versicherung mehr akzeptiert.

Achtarmiger Tintenfisch – Begreift den Kraken!

Neben der Minigattung der Vampirtintenfischähnlichen gibt es die „gewöhnlichen“ und die „echten“ Kraken, zu denen auch die Oktopusse zählen. Letztere bilden mit ungefähr einhundert verschiedenen Arten die größte Gattung. Die kleinste Art mit zehn Zentimetern ist der Sternsauger, die Größte ist der Pazifische Riesenkrake. Riesenkraken haben drei Meter lange Arme mit bis zu 2000 Saugnäpfen und werden 40 Kilo schwer, in Einzelfällen sogar 70 bis 180 Kilo. Sie sind nachtaktive Jäger, denen sogar Haie aus dem Weg gehen. Die unerhört intelligenten Kraken können sogar ihre Futterdosen selbst öffnen, wodurch sie klüger als Katzen sind.

Octopusmissbrauch

Der Octopus hat in Satire und Propaganda immer wieder als Metapher für den Imperialismus herhalten müssen. Auch Großkonzerne, Xenophobie oder Vorratsdatenspeicherung durch Stasi, Facebook und Co. („Datenkrake“) wurden und werden immer gern als vielarmiges Greifmonster dargestellt.

Tintenfisch Propaganda

Dieser zeitgenössische Cartoon von 1888 stellt das ehemalige British Empire als grapschenden Kolonialkraken dar. Allerdings hinkt dieser Vergleich trotz seiner vielen „Beine“, denn ein Krake ist durchaus in der Lage, loszulassen, bevor es ihn zerreißt.

Bekannte Tintenfische

Ferdinand

Der Tintenfisch Ferdinand aus der Sendung mit der Maus wurde bis zur Geschlechtsreife von einem Kamateam begleitet. Hier endete die Reportage, und das aus gutem Grund, denn die Männchen werden, anders als bei uns, erst nach der Paarung senil und siechen alsbald dahin. Tintenfischeltern haben meistens eine planktonische Beziehung. Mit einem Geschlechtsarm übergeben die Männchen den Weibchen ein Samenpaket und verlieren danach, wie bei uns, merklich an Elan und Spannkraft. Die nun als alleinerziehende Tagesmütter tätigen Weibchen betreuen den Laich oft monatelang, ohne dabei selbst zu fressen. Krakenjunge müssen sich daher oft noch jahrelang Vorhaltungen machen lassen und werden darüber nicht selten griesgrämig und bitter.

Taddäus Tentakel

Kellner, freischaffender bildender Künstler und Musiker im SpongeBob-Universum, besitzt jedoch keinerlei Charme, Stil oder Musikalität. Außerdem chronisch übellaunig, vermutlich aufgrund verfrühter Glatzenbildung. Außerdem Hobby-Astrologe, Allergiker und Migränepatient. Bezeichnet die von seinem Arbeitgeber Mr. Crabs verkauften Burger als „Herzinfarkt im Brötchen“.

In China essen sie… oder auch nicht.

Es gibt in China und Korea Online TV-Kanäle, wo man anderen Menschen beim Verzehren von Speisen zuschauen kann. Teils um für mangelnde soziale Kontakte zu kompensieren, aber auch aus rein voyeuristischem Impuls heraus. Eine chinesische Bloggerin wollte daher für ihren Youtube-Kanal etwas ganz besonders machen und nahm sich vor, einen mittelgroßen Octopus zu verzehren. Lebendig, raw und LIVE. Womit sie allerdings nicht gerechnet hatte war die absolute Unbereitschaft des Tieres, sich irgendwem in den Mund legen zu lassen.

Tintenfisch Tentakel

Der kleine Kerl saugte sich mit seinen Fangarmen am immer dümmlicher werdenden Ausdruck im Gesicht der jungen Dame fest, was ihr sichtlich schmerzen bereitete. Mit beiden Händen gelang es ihr schließlich, das Tier aus ihrem Antlitz zu entfernen. Seither hat sie nun Tintenfischringe unter den Augen (Siehe Foto). Sowas kommt von Sowas.

Noch mehr Kolumnen? Aber gerne doch!

Noch mehr Wissenswertes findet ihr in unserer Kreuzwortkolumne und noch mehr Podcasts gibt es in unserer Rubrik Dominiks letzte Worte. Schaut vorbei!

Über den Autor

Der Autor ist tot…und ich bin der lebende Beweis dafür. Mein Motto: „Der Dativ ist des Objektes Stativ.“



Bildquellen:

Titelbild: Dominik Wachsmann; Copyright: frost || films; Photograph: Peggi Petzold

Bearbeitung: Frederik Schrader für 1337 UGC GmbH

Bild Kalligraphie: via Wikimedia Commons, Public Domain
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10598576

Bild Riesentintenfisch: via Wikimedia Commons, Public Domain
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1404788

Cartoon Imperial Octopus: via Wikimedia Commons, Public Domain
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10578404

Bild Tentakel: via getstencil, Bildrechte bei der 1337 UGC GmbH