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Kreuzwortkolumne #69 – Feldspat

erstellt am von  in Kreuzworträtsel-Kolumne

Seine Glätte und Glanz machen Feldspat zu einem begehrten und beliebten Schmuck- und Zahnstein, wobei sich im Dentalporzellan lediglich fünf Prozent davon wiederfinden. Die durchschnittliche Donnerschüssel aus Porzellan hingegen hat einen Feldspat-Anteil von gut einem Viertel.

Feldspat gehört zur Mineralklasse der Gerüstsilikate. Unsere Kreuzworträtsel-Hilfe ist die reinste Gerüsteküche.

Feldspat

Minerale und Gesteine, die sich aufgrund ihrer Struktur gut spalten lassen, wurden früher von den Bergleuten als Spat bezeichnet. Die Spate sprachen im Gegenzug von den Bergleuten als Kumpel. Gut spaltbar heißt in diesem Falle, dass die dabei entstehenden Kristalloberflächen glatt sind und das Licht gut reflektieren. Feldspat bildet eine große Gruppe der Silikat-Minerale und findet sich oft in Sedimentgestein. Das Granit Petuntse hat einen besonders hohen Anteil an Feldspat und ist deswegen von großer Bedeutung für die Porzellanherstellung.

Porzellan – Weißes Gold mit Feldspat

Aus dem Kaffeegeschirr ist Porzellan heute genau so wenig wegzudenken wie aus der bildenden Kunst und dem stillen Örtchen. Für die Herstellung von Porzellan braucht man zunächst Kaolin, eine spezielle Tonerde mit geringem Eisenanteil. Dann Feldspat, natürlich, und schließlich Quarz. Dazu kommt je nach Geschmack ein wenig Knochenmehl oder ein Spritzer Haferdrink. Die Kaolin-Mönche waren die ersten, denen im China der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) die Herstellung von Porzellan gelang. In Deutschland entdeckte anfang des 18. Jahrhunderts der Alchemist Johann Friedrich Böttger das „Weiße“ Gold bei dem Versuch, den Stein der Weisen zu töpfern.

Angeblich war es Böttger (1682-1719) schon mehrfach gelungen, bei öffentlichen Darbietungen Silber in Gold zu verwandeln. Dadurch wurden die Herrschenden auf ihn aufmerksam und trachteten fortan nach seinem Geheimnis. Selbst die Beugehaft konnte ihn nicht dazu bewegen, sein vermeintliches Wissen über die Goldmacherei zu offenbaren. Böttger verfiel gegen Ende seines kurzen Lebens dem Suff und starb hochverschuldet mit nur 37 Jahren.

Vorsicht ist die Mutter

Die verschiedenen Manufakturen beschützen ihre zum Teil Jahrhunderte alten Rezepte und halten sie so geheim wie es sonst nur die Coca Cola-Company tut. Porzellan besteht im Allgemeinen aus den drei Komponenten

  1. Kaolin, auch Pfeifenerde oder Porzellanton, ein Verwitterungsprodukt von Feldspat,
  2. Feldspat, natürlich, vornehmlich aus dem Granit Petuntse gewonnen, sowie
  3. Quarz.

Der Feldspatanteil beträgt bei asiatischem Porzellan bis zu 35 Prozent. Das berühmte Meißener Porzellan steht an zweiter Stelle mit etwa 25 Prozent. Das Schlusslicht bildet Geschirrporzellan aus Bayern mit 22,5 Prozent.

Frittenporzellan

Dieses französische Pseudoporzellan enthält so gut wie kein Gramm Feldspat, dafür aber unter anderem Kochsalz, Alabaster, Gips und grüne Seife.

Die letzte Manufaktur für Frittenporzellan im wallonischen Tournai stellte 1890 die Produktion endgültig ein, kurz nachdem die Jahresumsätze bekannt geworden waren. Die damalige Geschäftsleitung begab sich unmittelbar danach zur „Auswertung“ in die nächste Schänke (Symbolbild mit Krug aus Frittenporzellan).

Dem Feldspat sei’s gedanket!

Ohne ihn gäbe es vermutlich überhaupt kein Porzellan und dementsprechend auch keine Sanitärkeramik. Wir säßen immer noch auf Brettern und würden uns regelmäßig Splitter einfahren. Nein danke!

Das japanische Kakiemon-Porzellan geht für gut eintausend Euro pro Kilo über den Ladentisch. Eine aus diesem über 400 Jahre alten Traditionsporzellan gefertigte Toilettenschüssel würde demnach zwischen 13.000 und 14.000 Euro kosten.

Weitere Beispiele für Feldspat

Orthoklas – der Geradebrechende

Auch Adular oder Adularia genannt. In der Varietät Mondstein ist Orthoklas als Schmuckstein beliebt. Er ist den Tierkreiszeichen Fische und Krebs zugeordnet und symbolisiert die Planeten Venus und Neptun. Mondstein steht darüber hinaus für den Monat Juni und soll als Heilstein gegen zyklusbedingte Monatsbeschwerden (Migräne, Durchfall, Ödeme, Angstzustände, Depressionen, Frigidität usw.) helfen.

Natronfeldspat – der Weiße

Albit ist ein weltweit auftretendes Mineral, das jedoch wegen seines geringen Alkaligehaltes nicht für die Keramikproduktion taugt. Wenn sich Orthoklas und Albit verbinden entsteht daraus Anorthoklas („der Schiefbrechende“).

Oligoklas – der Geringbrechende

Oligoklas ist eine Varietät des Albit. Als Sonnenstein besitzt er eine auffällige Ähnlichkeit mit  fossilem Ohrenschmalz.

Paracelsian – der Unbedeutende

Ein Feldspat, so selten, dass sich gerade noch ein paar Sammler und ausgewiesene Geologie-Nerds vom Level eines Bert Kibbler dafür interessieren.

Bariumfeldspat – der Durchscheinende

Das seltene Hyalophan ist hauptsächlich weiß, kann aber, je nach Eisengehalt, auch gelblich bis rot leuchten.

Labradorit – der Empfindsame

Als Albit und Anorthit-Mischling ist der Labradorit (Abb. ähnlich) zwar ganz süß anzuschauen, jedoch ist er alles andere als robust. Selbst Ultraschallwellen und Staub können seine Oberfläche schädigen. Labradorit ist sozusagen der Mops unter den Feldspaten.

Mohs – Das ist die Härte!

Die meisten Feldspate besitzen einen Härtegrad zwischen sechs und sechseinhalb Mohs. Der österreichische Mineralologe Friedrich Mohs (1773-1839) untersuchte anfang des 19. Jahrhunderts die relative Festigkeit verschiedener Mineralien, indem er jeweils das Eine mit dem Anderen ritzte. Er kam dabei zu dem Ergebnis, dass die härteren Minerale die weicheren schneiden. Dieser bahnbrechenden Jahrhundertentdeckung zu Ehren wurde nach ihm die Härteskala benannt, welche von 1 (mit dem Fingernagel ritzbar) bis 10 (nur mit sich selbst ritzbar) reicht.

Mohs, dessen eigener Härtegrad irgendwo zwischen 2 und 3 lag, schnitt sich im Verlauf seine Untersuchungen unzählige Male in Hände und Finger, weil er sich beharrlich weigerte, den Schutzhandschuh zu tragen, den ihm seine Mutter gehäkelt hatte. Dass er diese zahlreichen Verletzungen infektionsfrei überstehen konnte grenzt an ein mittleres Wunder, da der erste Tetanus-Impfstoff erst 1890 entdeckt wurde.

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Über den Autor

Der Autor ist tot…und ich bin der lebende Beweis dafür. Mein Motto: „Der Dativ ist des Objektes Stativ.“



Bildquellen:

Titelbild: Dominik Wachsmann; Copyright: frost || films; Photograph: Peggi Petzold

Bild Böttger: via Wikimedia Commons, Gemeinfrei

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=331627

Bild Frittenporzellan: via Wikimedia Commons, Public Domain

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1956064

Bild Toilette: via Wikimedia Commons, Public Domain

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3178544

Bild Labradorit: via Wikimedia Commons, Gemeinfrei

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15208158

Bild Friedrich Mohs: via Wikimedia Commons, Gemeinfrei

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=253202