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Vertrauensfrage Podcast Dominiks letzte Worte

#vertrauensfrage – Dominiks letzte Worte

erstellt am von  in Dominiks letzte Worte

Vertrauen ist am Anfang in Allen. Klingt platonisch, ist aber so.

Vertrauen, habt Ihr vielleicht schonmal von gehört, das ist eine ganz tolle Erfindung der menschlichen Psyche. Man braucht dafür auch eigentlich nicht viel, im Grunde reichen zwei Seiten aus, die gegenseitig nur das Beste voneinander vermuten und schwups, haben wir eine stabile Vertrauensbasis, solange, bis eine der beiden Seiten etwas tut oder sagt, was die andere Seite nicht in Ordnung findet. In solch einem Moment kann Vertrauen, obwohl es eigentlich ja nur aus Gedanken besteht, bröckeln oder sogar für immer kaputt gehen.

Vertrauen ist aber nicht nur etwas, das zwei Seiten zueinander haben. Nein, Vertrauen ist so vielseitig und flexibel, dass wir es im Grunde genommen in Alles und Jeden reinsetzen können, wie wir wollen.

Das können zum Beispiel Einzelpersonen oder Gruppen sein und unser Vertrauen in diese Einzelpersonen oder Gruppen kann zum Beispiel so ausssehen, dass wir unserem Arzt vertrauen wenn er sagt, ein bestimmtes Medikament wäre alternativlos oder eine MRT-Untersuchung nicht notwendig.
Genauso kann ich aber auch darauf vertrauen, dass mein Idol aus Film und Fernsehen privat keine bösen Sachen tut oder dass die Armee nicht etwa das Land in Brand setzt, welches sie eigentlich schützen soll, auch nicht aus Versehen.

Vertrauen kann man aber auch in staatliche Einrichtungen haben, zum Beispiel, dass es die Aufgabe der Polizei ist, alle Menschen zu beschützen und dass Recht und Ordnung gleichermaßen für alle gelten.
Wir können in einer Demokratie darauf vertrauen, dass unsere Stimme einen Unterschied macht wenn wir wählen gehen oder dass mit unseren Steuergeldern im fernen Ausland kein schlimmes Unheil finanziert wird.

Vertrauen ist also etwas, das ganz viele Menschen in ein und die selbe Sache haben können – ohne jedoch wirklich sicher zu sein, ob dieses Vertrauen am Ende auch belohnt wird.

Das Schwierige an der Sache mit dem Vertrauen ist nämlich, dass wir oft gar nicht so genau sehen können, was die Einzelpersonen, Gruppen, staatlichen Einrichtungen oder wirtschaftlichen Systeme im dunklen Kämmerlein so alles anstellen.

Darum haben wir in den meisten Fällen gar keine andere Wahl, als zum Beispiel darauf zu vertrauen, dass uns der ordentlich getrennte Plastikmüll nicht beim Schnorcheln im Pazifik wieder begegnet und dass vegane Lebensmittel tatsächlich gesund und umweltfreundlich sind.

Wir müssen ganz häufig einfach darauf vertrauen, dass die Leute, die unsere Schuhe zusammennähen, sich selbst auch welche leisten können und dass unser Biofleisch tatsächlich von glücklichen Tieren kommt.

Zugegeben, sicher kann man sich da nicht immer sein. Und wenn sich Vertrauen mit Unsicherheit mischt, dann wird daraus zuerst Glauben und dann Hoffen.

Wir Glauben dass es einen Gott gibt und hoffen, dass er die Kirche im Auge behält.

Unser Auto kaufen wir im Glauben daran, dass die Abgaswerte stimmen und hoffen, dass wir nicht auf den Kosten für die Nachrüstung sitzenbleiben.

Wir glauben, dass Arbeit einen Sinn hat und hoffen dass wir sie nicht verlieren, wenn wir mal krank sind.

Wir glauben, dass das was zusammenwächst auch tatsächlich zusammengehört und hoffen, dass es auch nach der Revolution noch Zucker geben wird.

Wir glauben an Vernunft und Menschlichkeit und hoffen, dass das keine Widersprüche sind.

Und wenn irgendwann mal das ganze Vertrauen aufgebraucht ist und deshalb wieder schlimme Sachen passieren, weil man den falschen Leuten geglaubt hat, kann man immer noch hoffen, dass man nicht auf irgendeiner Liste steht.

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Der Autor ist tot…und ich bin der lebende Beweis dafür. Mein Motto: „Der Dativ ist des Objektes Stativ.“