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#vergeltungszölle – Dominiks letzte Worte

erstellt am von  in Dominiks letzte Worte, Wortkolumne

Habt Sie es auch schon mitbekommen?

Das Tomatenmark aus der Türkei ist bereits um die Hälfte teurer geworden. Wirtschaftskrise.

Man kann ja unmittelbar die Ursachen für solche Dinge nur schwer isolieren, aber es hat mit Sicherheit irgendwie mit Donald Trump zu tun.

Der amerikanische Pastor Andrew Brunson wurde ja in der Türkei unter Hausarrest gestellt weil er angeblich oppositionelle unterstützt haben soll. Also Terror! Spionage!

Und der Trump hat gesagt, dass „dieser unschuldige Mann des Glaubens sofort freigelassen werden muss!“, klar, einem weißen Geistlichen irgendwelche unlauteren Handlungen unterstellen zu wollen ist schließlich vollkommen absurd.

Deshalb haben die USA jetzt Vergeltungszölle über die Türkei verhängt.

Man muss dazu sagen: wirtschaftliche Sanktionen sind ja eine bewährte humanitäre Standardmaßnahme, die in der europäischen Geschichte noch nie zu irgendwelchen politischen Querelen geführt hat.

Angela Merkel sieht derzeit noch keine Notwendigkeit über Wirtschaftsbeihilfen für die Türkei nachzudenken und wenn unsere Bundeskanzel für eins bekannt ist, dann für ihren Weitblick.

Sigmar Gabriel will aber schon dass der Türkei finanziell unter die Arme gegriffen wird wird, weil, wie er völlig richtig sagt, sonst natürlich die Gefahr einer nuklearen Aufrüstung besteht.

Hat man ja an der ehemaligen DDR ganz gut sehen können.

Um also der potenziellen atomaren Bewaffnung einer politisch isolierten Türkei vorzubeugen soll Deutschland quasi als Währungshelfer in dieser Währungskrise fungieren.

Es steht natürlich die Elefantenfrage im raum, ob sich nun aufgrund ihrer prekären Lage eventuell politische Forderungen an die Türkei stellen ließen, zum Beispiel nach fairen Prozessen für die im Land inhaftierten Dissidenten oder Dissidentensympathisanten.

Eine Bedingung für Wirtschaftsbeihilfen könnte zum Beispiel auch ein politischer Kurswechsel der Türkei sein, oder – als Kompromiss, sozusagen – ein Wechselkurs für Politische.

Was weiß ich, je eine Ausreisegenehmigung für in der Türkei inhaftierte Journalisten, Künstler, Sozialarbeiter und Taxifahrer pro 1 Million Euro-Goldstücke.

Zumindest könnte man darüber nachdenken, den bereits Freigelassenen auch das Recht auf Familiennachzug zu gewähren.

Bei jeder Krise, ob nun unverschuldet hineingeschlittert oder mutwillig herbeigeführt, sollte man sich immer fragen: cui bono, oder, wie der Berliner sagt: wem nützt dit wat?

Beispielsweise haben ja zahlreiche Türkeitouristen unmittelbar vom Absturz der Lira profitiert.

Also Anziehsachen, Delikatessen und Hygieneartikel, aber auch der Restaurant- und Kinobesuch vergünstigen sich derzeit zusehends.

Es ist jedoch, glaube ich, naiv davon auszugehen, dass es sich in näherer Zeit lohnen könnte, zum Tanken nach Ankara zu fahren.

Dessenungeachtet.

Schnäppchen-Tourismus allein wird die Türkei jedenfalls nicht kohlemäßig wieder flottmachen.

Zumindest nicht langfristig. Hat man ja an Spanien ganz gut sehen können.

Es muss ein mehrjähriges Förderprogramm her und die Lösung ist so naheliegend wie einfach.

Es wäre doch zum Beispiel denkbar sagen wir, pauschal, 11 bis 14 millionen deutsche Arbeitsmigranten an die Türkei auszuleihen.

Natürlich müssten sie dort erstmal ihre jeweiligen Abschlüsse erneuern, Sprachkurse belegen und generell Integrationsbereitschaft signalisieren.

Im Gegenzug wären wir dann für die nächsten zehn jahre arbeitslosenfrei.

Andrea Nahles hat gesagt:

„Die Türkei ist ein Nato-Partner, der uns nicht egal sein kann. Es ist in unser aller Interesse, dass die Türkei wirtschaftlich stabil bleibt.“

Immerhin schön zu beobachten, dass die SPD ihr soziales Gewissen noch nicht völlig verloren hat.

Und auch die CDU wird irgendwann begreifen, dass wir alle ein Interesse an einer wirtschaftlich stabilen Türkei haben.

In diesem Sinne:

Vergelt’s Gott!

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Der Autor ist tot…und ich bin der lebende Beweis dafür. Mein Motto: „Der Dativ ist des Objektes Stativ.“