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#fremdworttag – Dominiks letzte Worte

erstellt am von  in Dominiks letzte Worte

Am 20. Mai begehen wir in Deutschland den Fremdworttag. Nun fragt man sich vielleicht, warum einen Feiertag für etwas, das nur jeder Fünfte versteht?

Nun ja, das Wundervolle an Fremdworten ist ja gerade, dass sie für Jeden etwas ganz Individuelles sein können.

Zum Beispiel sind die Begriffe Pietät, Volksnähe, Verantwortung, Ehrlichkeit und Moral für einen Großteil unserer Bundestagsabgeordneten absolute Fremdworte.

Und schauen Sie sich nur an, wie ungeniert die mit ihrem sozialschwachen Gedankengut um sich werfen.

Anderes Beispiel: für viele, viele, viele Arbeitnehmer im Dienstleistungssektor sind Überstundenausgleich, Wochenende, Arbeitsschutz und Betriebsrat genauso Fremdworte, wie es die Menschenwürde in weiten Teilen der Kranken- und Altenpflege ist.

Wäre dem nicht so, würde doch das ganze System kollabieren. Und wer möchte das schon?

Bleiben wir ruhig einmal beim systemimmanenten Herrschaftswissen:

Transparenz und Ethik gelten immer noch als Fremdworte in den großen Finanzinstituten.

Individualität und Persönlichkeitsentfaltung sind in vielen Bildungseinrichtungen Fremdworte, genauso wie Datenschutz für Mark Zuckerberg und Altersarmut für Franz Müntefering.

Und wo wir schon dabei sind:

Regierungsapparate operieren seit Menschengedenken mit einer sehr freien Auslegung des Begriffes „Wählerauftrag“.

Immerhin wird ja derzeit an einer modernen Übersetzung der begriffe Gleichberechtigung, Toleranz und Akzeptanz gearbeitet, zum Teil gegen erbitterten Widerstand von sogenannten Hasskommentatoren, das heißt von
Subjekten, denen Grammatik und Syntax wohl auf ewig ein Dorf mit sieben Siegeln bleiben werden.

In diesem Sinne: wir verstehn uns, ne?

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#fremdworttag – Dominiks letzte Worte

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Der Autor ist tot…und ich bin der lebende Beweis dafür. Mein Motto: „Der Dativ ist des Objektes Stativ.“