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Kreuzwortkolumne #40 – Stadtteil von Berlin

erstellt am von  in Kreuzworträtsel-Kolumne

Siehste, det is’n Stadtteil von Berlin!

Wat früher mal nüscht wie ’ne feuchte Stelle im Atlas war, is heute mit immerhin 0,00025 km² pro Neese die bevölkerungsreichste Jemeinde in Deutschland. Die Begriffe Bezirk, Stadtteil und Ortsteil bilden im Berliner Sprachjebrauch det reinste Heckmeck. Prinzipiell kannste aba saang, det se dort Bezirke ham, die ihraseits wieda in Ortsteile untergliedert wern. Det sind im Jrunde jenomm die Stadtteile. Beie Vawaltungsreform von zwotausendeins wurden denn aus 23 Bezirken durch Kaltfusion zwölfe und n‘ paar Zerquetschte. Det hatte ooch zur Follje, det nu noch wenja Ämta für noch mehr Leute wie vorher nich zuständich warn. Ick sach nur: Jobcenter! Da haste mit Job schon ’ne biblische Komponente drinne, det kannste aber gloob’n…!

Keen Kopp is imma noch bessa wie keen Pulla! (Dieter „Didi“ Kolenda)

Über den Autor

Der Autor ist gebürtig aus Berlin, genauer gesagt aus dem Stadtteil SCHOENEBERG. Dort wuchs er im allerschlimmsten, dem Bayrischen Viertel auf. Obgleich von Westfaleneltern eingeschleppt, ist bei ihm das rheinische Karnevalsgemüt nie zur Entfaltung gelangt. Über seine Kindheit im Berlin der 80er Jahre weiß der Autor noch folgendes zu berichten:

Wir hatten wirklich schaue alte S- und U-Bahnzüge. Die ham beim Einfahrn immer nach vebrannt’n Jummi und Keller jemieft. Schlimmer war’n aber die Omnibusse jewesen. Die Sitzpolster war’n sowat von dreckich, da kam dir det Essen hoch. (…) Döner war zu der Zeit grad erst erfunden wor’n. Meen ersten hab ick sogar jeschenkt bekomm, allerdings ohne Brot, Grünzeuch und Tunke. Vorher jab det für mich nur Currywurscht. Det war, als ob einem ’nen Engel uffs Herze pinkelte. Man wusste ja nüscht über die Inhalsstoffe. (…) Pro Klasse hatten wir in der Schule immer nur je ein Scheidungskind, maximal zwei Verhaltensuffällige und vielleicht dreie, die keen Deutsch konnten. Aber die ham sich nur selten beschwert. Lactose war ooch noch völlich unbekannt und die Zichtenautomaten waren damals für uns Jöhrn jut erreichbar. Kreditkarte hatten ja bloß die wenigsten. Überhaupt ham sich die Erwachsenen sehr sehr viel vor uns versteckt, doch als dann die Mauer fiel, war’s damit ooch Sense. (…) Inne 90erjahre war noch Loveparade, danach sah besonders ein Stadtteil von Berlin jenau so aus, wie er hieß, und dit war der TIERGARTEN. Der hatte ja fusioniert mit’n WEDDING und mit MITTE. 2003 bin ick denn in’n roten Wedding jezogen, inner Annahme, det sei ’n waschechter Ostbezirk. Kann man sich schon mal vertun, wa? 2006 musste ick denn aber wirklich nach’n Osten, nach Greifswald, MV. Vom uffkeimenden Schwabenhass hab ick denn freilich nich mehr ville mitbekomm…

Sucht er’n Stadtteil von Berlin? In unsra knorken Kreuzworträtsel-Hilfe jiebtet ville zu kieken, wenn er möchte. Musser aba nich…

Stadtteil von Berlin, wie haste Dir verändert

Im Bezirk Mitte hat der Berliner Zoo seine Zelte aufgeschlagen. Mit immerhin 0,0017 Hektar pro Tier ist er der artenreichste Zoo der Welt und auch der älteste in Deutschland. Hier starb 2011 Knut der Weiße. Auch hat dieser ganz spezielle Zoo seinen eigenen U-Bahnhof, der mittlerweile sogar für den Personenverkehr freigegeben ist, sofern die Polente mal nich hinschaut, versteht sich.

Früher is ooch nich mehr dit Wahre

Im alten Westberlin, da wurden Wochenend und Sonnenschein noch groß geschrieben. Damals war der Benzinpreis noch niedrig, waren die Tortenstücke noch groß und die Altersrenten korrelierten weitgehend mit den Lebenserwartungen der Berliner Bürger.

Stadtteil von Berlin
Das Bild zeigt MARZAHN, jenen Stadtteil von Berlin, der später im namensgebenden Sumpf verschwand.

Aus jenen goldenen Jahren sind nurmehr Hochglanzaquarelle wie dieses erhalten, denn bereits wenige Tage nach dem Ereignis, was später als „Schwarzer Tag der offenen Tür“ in die Annalen der Geschichte eingehen sollte, hatte sich das Antlitz Berlins für immer verändert.

Stadtteil von Berlin
Diese Aufnahme vom September 2016 zeigt in aller Schonungslosigkeit, was mit dem GRUNEWALD geschah, als Justin Bieber in diesem Stadtteil von Berlin eine Villa bezog und daraufhin die Mieten explodierten.

Mietendrin statt nur dabei

In Berlin steigen die Mieten. Bald stehen sie sogar dem Fernsehturm bis zum Kinn. Es ist wahrhaft kein Vergnügen mehr, vor allem, weil die Hausbesitzerszene kriminelle Energien vom Allerfeinsten entwickelt hat. So wird beispielsweise in KREUZBERG zwangssaniert als gäb es kein Morgen, nur um die Mieten über den Grundwasserspiegel zu heben (beim Bund deutscher Makler ist diese Methode als „einen Wohnraum künstlich hohenschönhausen“ verbrämt).

Stadtteil von Berlin, du kannst so hässlich sein!

OBERSCHOENEWEIDE, am nördlichen Spreeufer gelegen, ist zwar noch ein wenig schöner als NIEDERSCHOENEWEIDE, wenn auch nicht ganz so schön wie SCHOENEBERG. NIEDERSCHOENHAUSEN hingegen… naja. Ansonsten gibt es noch den BER, den Berliner Experimentier-Reaktor. Der war allerdings zwischen 2013 und 2015 auf Standby. Wer von SPANDAU nach RUDOW möchte, aber keine Lust hat, sich das Elend anzuschauen, der kann mit der U7 fahren. Das ist die längste U-Bahnlinie Berlins. Die kürzeste ist die U55 mit gerade mal drei Stationen. Die ist so kurz, dass der Zug vom Hauptbahnhof direkt ins Brandenburger Tor donnern würde, stünde nicht der Bundestag als Puffer dazwischen. Hier wurde auch der Film „Endstation Dehnsucht“ gedreht und es fanden mäßig besuchte U55-Parties statt. Apropos U55 – am 26. Juni 1963 gab sich der deutsche Geheimagent Jochen Fritz Kennedie bei einer öffentlichen Kundgebung vor dem Schöneberger Rathaus als „Berliner“ zu erkennen. Der Rest ist Geschichte.

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